Mittwoch - 17. Juni 2015

Aktuelle Daten vom US-amerikanischen Krebskongress ASCO

Prostatakrebs mit Knochenmetastasen: Neue Daten bestätigen Überlebensvorteile für Patienten

Injektionen mit dem Wirkstoff Radium-223 verlängern das Leben und erhalten die Lebensqualität / Patienten können von Therapiebeginn bei niedriger Metastasenlast profitieren

Leverkusen, 17. Juni 2015 – Neuartige Wirkstoffe und Therapieansätze können die Überlebenszeit von Prostatakrebs-Patienten, bei denen die Erkrankung bereits Metastasen gebildet hat, deutlich verlängern – dies bestätigten kürzlich auch neue Forschungsergebnisse, die auf dem US-amerikanischen Krebskongress ASCO* in Chicago präsentiert wurden. Im Rahmen des Kongresses stellten Forscher Therapiedaten und das Nebenwirkungsprofil einer Phase-III-Studie aus einem internationalen ‚Early Access Programm‘ (EAP) zu Radium-223 vor. In dieses Studienprogramm wurden Patienten aus Kanada, Europa und Israel aufgenommen, die in der Phase zwischen Abschluss der Zulassungsstudie und der Marktzulassung eine Behandlung mit Radium-223 erhielten.

Aktuelle Daten sprechen für Einsatz bei niedriger Metastasenlast
Die Ergebnisse des internationalen Programms bestätigten die Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit der Zulassungsstudie. (1) Die Daten deuten zudem an, dass Patienten, die Radium-223 bereits bei geringer Metastasenlast erhielten, eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit hatten als diejenigen, bei denen das Medikament erst am Ende der Therapiekaskade eingesetzt wurde. Ebenso war das mediane Gesamtüberleben bei Patienten länger, wenn sie gleichzeitig zu Radium-223 ein weiteres Krebsmedikament erhielten, im Vergleich zu Patienten ohne parallele Therapie. Dies wird aktuell in größeren klinischen Studien weiter überprüft. (2)

Behandlungsmöglichkeiten abhängig vom Krankheitsstadium
Von Prostatakrebs betroffen sind hauptsächlich Männer über 65 Jahren. In einem frühen Stadium entdeckt, ist die Krankheit in der Regel gut behandelbar. Der Tumor wird operativ entfernt oder mit einer Strahlentherapie zerstört. Hat der Krebs jedoch gestreut und Metastasen gebildet, ist eine Heilung nicht mehr möglich. Noch vor einigen Jahren standen Patienten in diesem Stadium vor allem schmerzlindernde Mittel zur Verfügung. Heute hat sich die Situation grundlegend verändert:

Innovative Therapie: Injektionen mit Radium-223-dichlorid
Das Radionuklid Radium-223-dichlorid (Xofigo®) eröffnet ein neues Kapitel in der Therapiegeschichte des Prostatakarzinoms. Zugelassen ist es für Erwachsene, die ein kastrationsresistentes Prostatakarzinom und symptomatische Knochenmetastasen aufweisen – ohne bekannte Viszeralmetastasen. Verabreicht wird das Medikament als Injektion, die ca. eine Minute dauert. (3) Das injizierte Radium-223-dichlorid lagert sich in Bereichen mit hohem Knochenumsatz ein – dazu gehören insbesondere Knochenmetastasen. (4) Hat sich das Radium-223 in der Nähe von Metastasen eingelagert, zerfällt es und gibt energiereiche Alphastrahlung ab. Die Strahlung schädigt die DNA der Krebszellen irreparabel und zerstört die Tumorzellen. (5,6) Da die Alphastrahlung nur einen kleinen Radius hat, wird umliegendes gesundes Gewebe weitgehend verschont. (5,6)

Ein selbstbestimmtes Leben bleibt möglich
Durch das Radium-223-dichlorid können metastasenbedingte Knochenschmerzen gemildert werden, und es kommt seltener zu Brüchen oder Quetschungen des Rückenmarks. (6,7) Somit sind die Patienten in der Lage, ihren Alltag und ihre Freizeit weiterhin selbstbestimmt zu gestalten. Eine Behandlung mit der Radium-223-Injektion kann es beispielsweise ermöglichen, trotz der fortgeschrittenen Krebserkrankung nach Rücksprache mit dem Arzt Sport zu treiben oder Reisen zu unternehmen. Ein weiterer Pluspunkt ist die vergleichsweise gute Verträglichkeit des Medikaments. (6)

Zweifache Wirkung von Radium-223
Langzeitbeobachtungen und die Zulassungsstudie haben gezeigt, dass Radium-223-dichlorid als einziges auf Knochenmetastasen gerichtete Radiopharmazeutikum in diesem Krankheitsstadium das Leben verlängern und gleichzeitig die Lebensqualität erhalten kann. Andere bei dieser Indikation eingesetzten Medikamente kontrollieren entweder vorrangig die Symptome oder verlängern die Lebenszeit, ohne gezielt auf die Knochenmetastasen zu wirken beziehungsweise den Allgemeinzustand des Patienten zu verbessern. (6,8)

Was ist und wie entsteht kastrationsresistender Prostatakrebs?
Das männliche Sexualhormon Testosteron hat starken Einfluss auf das Wachstum des Prostatakarzinoms. Patienten, bei denen der Tumor fortgeschritten ist, erhalten deshalb Hormontherapien. Doch nach mehreren Jahren kann die Hormontherapie den Krebs nicht mehr kontrollieren, d.h. trotz der therapiebedingten Unterdrückung des Testosterons breitet sich die Erkrankung im Körper aus. Mediziner bezeichnen dieses Stadium als kastrationsresistentes Prostatakarzinom. (9)

Knochenmetastasen verkürzen die Lebensdauer
Bei neun von zehn Patienten mit einem kastrationsresistenten Prostatakarzinom entwickeln sich Knochenmetastasen. Haben sich die Krebszellen einmal bis auf den Knochen ausgebreitet, schädigen sie die Knochensubstanz und verringern die Festigkeit. Die Metastasen können zahlreiche Beschwerden verursachen: Schmerzen, Knochenbrüche, Taubheitsgefühle, Schwäche oder Bewegungseinschränkungen bis zu Lähmungen. Die Krebswucherungen an den Knochen gelten als Hauptursache für eine eingeschränkte Lebensqualität und eine verkürzte Lebenserwartung. (10) Eine Therapie mit Radium-223-dichlorid setzt an beiden Punkten an.

* 51st Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago, Illinois (USA)

Quellen

1) Saad F et al. 51st Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology in Chicago, (ASCO),
Illinois (USA); Abstract No 5034; Poster Board # 26.
2) Smith MR et al. J Clin Oncol 33, 2015 (suppl; abstr TPS5082).
3) Xofigo® (Radium-223-dichlorid) 1000 kBq/ml Injektionslösung, Fachinformation, Bayer Pharma AG.
4) Bruland OS et al. Clinc Ancer Res 2006; 12: 6250s-6257s.
5) Henriksen G et al. Caner Res 2002; 62; 3120-3125.
6) Parker C et al. N Engl J Med 2013; 369: 213-223.
7) Mouraviev V et al. Posterpräsentation 30th EAU Congress, Madrid, 20.-24.03.2015, Abstract 647.
8) Parker C et al. J Clin Oncol 2015; 33 (Suppl 7); Abstract 195.
9) Mottet N et al. Guidelines on prostate cancer. European Association of Urology 2014.
10) Tannock IF et al. N engl J Med 2004; 351: 1502-1512.


Über Bayer HealthCare Deutschland
Bayer HealthCare Deutschland vertreibt die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengeführten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care (Diabetes Care und Radiology) und Pharmaceuticals. Das Unternehmen konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will Bayer HealthCare Deutschland einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern.

www.gesundheit.bayer.de
www.twitter.com/gesundheitbayer


Mehr Informationen unter presse.healthcare.bayer.de
Folgen Sie uns auf Facebook: http://www.facebook.com/healthcare.bayer

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Download Center


 
0
  Datei(en) gesammelt
Download Center öffnen
Letzte Änderung: 9. November 2016 Copyright © Bayer AG