Dienstag - 2. September 2014

Diabetes & Schwangerschaft:

Gestationsdiabetes als Vorbote von Typ-2-Diabetes

Prävalenz des Schwangerschaftsdiabetes steigt seit Jahren an / Rund jede zweite Frau mit Gestationsdiabetes bekommt später Typ-2-Diabetes / Stillen kann das Risiko für Typ-2-Diabetes um bis zu 40 Prozent reduzieren
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Ungefähr vier Prozent aller werdenden Mütter entwickeln einen Gestationsdiabetes. Ernährungsumstellung, Bewegung und regelmäßige Blutzuckerselbstkontrolle können helfen, eine normnahe Stoffwechseleinstellung zu erreichen.

Leverkusen, 2. September 2014 – In Deutschland entwickeln ungefähr vier Prozent aller werdenden Mütter einen Gestationsdiabetes, der für Mutter und Kind mit einem hohen Risiko für prä- und postpartale Komplikationen einhergeht. Studiendaten zeigen außerdem: Ungefähr jede zweite Frau mit Schwangerschaftsdiabetes erkrankt innerhalb von acht Jahren nach Entbindung an Typ-2-Diabetes. Eine normnahe Stoffwechseleinstellung ist daher für Frauen mit Gestationsdiabetes essenziell.(1,2)

Die regelmäßige Blutzuckerselbstkontrolle mit genauen Blutzuckermesssystemen ist in der Schwangerschaft, wenn sowohl die Mutter als auch die behandelnden Ärzte Verantwortung für zwei Leben tragen, besonders wichtig. Hier punkten die Contour® Next Systeme von Bayer: Sie erfüllen die Anforderungen an die Messgenauigkeit der neuen ISO-Norm 15197:2013 zu 100 Prozent.(3)

Gestationsdiabetes: Verantwortung für Arzt, Mutter und Kind
Ein erhöhtes Risiko einen Schwangerschaftsdiabetes zu bekommen, haben beispielsweise Frauen mit einem BMI über 30, Schwangere die stark an Gewicht zunehmen, Frauen in einem Alter über 35 Jahren oder Frauen, deren Eltern oder Geschwister Typ-2-Diabetes haben.(1) Welche pathophysiologischen Faktoren bei der Entstehung des Gestationsdiabetes eine Rolle spielen, ist bislang nicht vollständig geklärt. In der zweiten Schwangerschaftshälfte nimmt die Insulinresistenz physiologisch zu, um die Energiezufuhr zum Fötus zu erleichtern. Liegt gleichzeitig ein relativer Insulindefekt vor, kann es im Verlauf der Schwangerschaft zur Hypoglykämie kommen. Zusätzlich können Botenstoffe aus dem Fettgewebe und der Plazenta sowie der veränderte Hormonhaushalt einen diabetogenen Effekt haben.

Mit steigendem mütterlichen Blutzucker erhöht sich die Rate an Komplikationen kontinuierlich: Hohe Blutzuckerwerte steigern beispielsweise das Risiko für Bluthochdruck, das Risiko für vorzeitige Wehen, Frühgeburtlichkeit oder Präeklampsie/Eklampsie bei Schwangeren; für das ungeborene Kind können erhöhte Werte der Mutter ein verstärktes Wachstum zur Folge haben und mit Lungenreifestörungen oder Fehlbildungen einhergehen. Aber nicht nur während der Schwangerschaft sind zu hohe Blutzuckerwerte bedrohlich: Nach der Geburt haben betroffene Mütter ein hohes Risiko einen manifesten Diabetes mellitus Typ-2 zu entwickeln.(1,2)

Stillen reduziert das Diabetes-Risiko
Nach einem Gestationsdiabetes muss sich auf lange Sicht nicht zwangsläufig ein Typ-2-Diabetes entwickeln. Studienergebnisse zeigen: Frauen, die ihr Kind nach einer Schwangerschaft mit Gestationsdiabetes stillen, haben ein um 40 Prozent verringertes Risiko später einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.(4) Lange Stillzeiten korrelieren zudem mit einem langfristig verbesserten Stoffwechselprofil der Mutter – unabhängig vom sozialen Status und dem Lebensstil.(5)

WHO, DDG, DGGG empfehlen Glukosetoleranztest
Aktuelle WHO-Empfehlungen bestätigen das Konzept deutscher Fachgesellschaften: Wie auch die Deutsche Diabetesgesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) rät die WHO allen Frauen zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche zu einem Glukose-Screeningtest (GCT) mit 50 g Glukose. Seit 2012 ist ein Zuckerbelastungstest für Schwangere fester Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien und somit eine Leistung der Krankenkassen. Hierbei trinkt die Schwangere unabhängig von Nahrungsaufnahme und Tageszeit 50 g Glukose in 200 ml Wasser aufgelöst und eine Stunde später wird der Blutzucker bestimmt. Wird dabei ein Blutzuckerwert von 135 mg/dl (7,5 mmol/l) erreicht oder überschritten, muss ein diagnostischer oGTT mit 75 g Glukose im Nüchternzustand nachfolgen – dieser gilt als Goldstandard zur Diagnose von Gestationsdiabetes. Wird dabei dann mindestens einer der drei nachfolgenden Grenzwerte erreicht, liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor: nüchtern 92 g/dl (5,1 mmol/l), nach einer Stunde 180 mg/dl (9,99 mol/l), nach zwei Stunden 153 mg/dl (8,49 mmol/l). Wird die Diagnose Gestationsdiabetes gestellt, soll die Schwangere durch einen erfahrenen Diabetologen betreut werden.(1,6)

Therapie des Gestationsdiabetes – einfach und effektiv
„In der Regel ist die Compliance der Schwangeren sehr hoch, denn sie weiß, dass eine Therapie zwingend notwendig für die Gesundheit des Kindes ist“, erklärt die Diabetes-Beraterin Elisabeth Schimmel. Durch eine Ernährungstherapie in Kombination mit regelmäßiger Bewegung erreichen etwa 85 Prozent der Frauen (10. bis 75. Perzentile) das Therapieziel (<95 mg/dl (5,2 mmol/l) vor und <140 md/dl (7,77 mmol/l) eine Stunde nach Beginn der Hauptmahlzeit). Bei etwa 15 Prozent muss bei systemischer Überschreitung der Zielwerte eine individualisierte Insulintherapie während der Schwangerschaft eingeleitet werden.

Regelmäßige Kontrollen während und nach der Schwangerschaft
Die regelmäßige Blutzuckerselbstkontrolle ist wichtiger Bestandteil der Therapie. „In der Schwangerschaft, wenn sowohl die Mutter als auch die behandelnden Ärzte Verantwortung für zwei Leben tragen, ist die Messgenauigkeit der Blutzuckermesssysteme besonders wichtig“, informiert Schimmel. Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) empfiehlt daher mindestens sieben Blutzuckermessungen täglich für Schwangere mit Gestationsdiabetes.(7) Die Contour Next Systeme erfüllen die Anforderungen an die Messgenauigkeit der neuen ISO-Norm 15197:2013, sind einfach zu bedienen und bieten für jeden ein individuell passendes Messsystem.(3,8)

Unterstützung für Arzt und Patientin
Um betroffenen Müttern wertvolle Informationen für den Umgang mit Schwangerschaftsdiabetes zu geben, bietet Bayer ein Informationspaket mit allen wichtigen Informationen rund um Gestationsdiabetes. Die Betroffenen können das Paket bei ihrem behandelnden Diabetologen anfragen. Auch gut zu wissen: Damit alle Menschen mit Diabetes, die noch mit dem Vorgängermodell Contour messen, von der hohen Messgenauigkeit und Qualität der neuen Contour Next Generation profitieren, können sie sich bei ihrem Arzt oder Apotheker nach einem kostenlosen Contour XT oder Contour Next Testgerät erkundigen.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet oder unter der kostenfreien Service-Hotline. Die Informationsbroschüre „Gestationsdiabetes – wichtiges für Sie und Ihr Kind“ steht ebenfalls unter www.diabetes.bayer.de zum Download bereit.


Über Bayer HealthCare Deutschland
Bayer HealthCare Deutschland vertreibt die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengeführten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care (Diabetes Care und Radiology & Interventional) und Pharmaceuticals. Das Unternehmen konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will Bayer HealthCare Deutschland einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern.

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Quellen:
(1) Kleinwechter H et al. Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Evidenzbasierte Leitlinie zu Diagnostik, Therapie u. Nachsorge der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Hrsg. DDG: M. Kellerer, S. Matthaei; Herausgeber DGGG: R. Kreienberg; 2011; http://www.dggg.de/fileadmin/public_docs/Dokumente/Leitlinien/3-3-3-Gestationsdiabetes-2011.pdf (aufgerufen am 18. August 2014).
(2) Kwak SH et al. Clinical and genetic risk factors for type 2 diabetes at early or late post partum after gestational diabetes mellitus. J Clin Endocrinol Metab. 2013; 98: E744-52.
(3) Freckmann G. et al. System accuracy evaluation of four blood glucose monitoring systems following ISO 15197:2003 and ISO 15197:2013 limits. FREC13138D – Poster Session; Nov. 1st 2013; Diabetes Techonology Meeting 2013, San Fransisco, CA, USA, October 31st – November 2nd 2013.
(4) Ziegler, A.-G. et al. (2012): Long-Term Protective Effect of Lactation on the Development of Type 2 Diabetes in Women With Recent Gestational Diabetes Mellitus, Diabetes DOI: 10.2337/db12-0393.
(5) Jäger S et al. Breast-feeding and maternal risk of type 2 diabetes: a prospective study and meta-analysis. Diabetologica 2014; DOI 10.1007/s00125-014-3247-3.
(6) WHO, Diagnostic criteria and classification of hyperglycaemia first detected in pregnancy, http://www.who.int/diabetes/publications/Hyperglycaemia_In_Pregnancy/en/ (aufgerufen am 18.08.2014).
(7) Verband der Diabetes-Beratungs und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD). Leitfaden zur Blutzuckerselbstkontrolle. 1. Auflage von Mai 2014 ; https://www.vdbd.de/Downloads/Blutzucker-Selbstkontrolle-Stand1142014.pdf (aufgerufen am 18.08.2014).
(8) Bedini JL et al. Spanish Multicenter Performance Study with Contour XT Blood Glucose Monitoring System using ISO 15197:2013 Accuracy Criteria and MARD presented at the 74th Scientific Sessions of the ADA, June 13-14, 2014, San Francisco, USA.

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Letzte Änderung: 6. Januar 2016 Copyright © Bayer AG