Freitag - 6. Juni 2014

Von der Lederkugel zum vollsynthetischen Hightech-Fußball:

Forschung für den wahren Kick

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Lang ist die Ahnengalerie der offiziellen WM-Fußbälle von adidas – Bayer MaterialScience entwickelt sie seit 1986 in enger Zusammenarbeit mit dem Sportartikler.

Leverkusen, Juni 2014 – Am Anfang war eine einfache runde Hülle aus Leder, mit Federn oder Haaren gefüllt. Damit spielte man schon vor Christus in China Fußball. In den Jahren 220 bis 680 nach Christus tauchten erste luftgefüllte Exemplare auf. In Teilen Europas verbreitete sich das Treibballspiel – auch hier oft mit einem Lederball.

Viel später beginnt dann eine neue Ball-Epoche: In Argentinien wird 1930 die Blase mit Ventil fürs Innenleben des Balles erfunden. Das lässt die Kugel besser rollen und leichter fliegen. Nur ein Manko blieb: Wenn es regnete, saugte sich der Lederball schnell voll und wurde zur Kanonenkugel. Imprägnierungen wurden ausprobiert und eingesetzt, um die Nässe aus dem Ball zu halten. Ein schwieriges Unterfangen. Die Nahtstellen blieben ein Schwachpunkt.

Wasserabweisender Schaumstoff

Der große Durchbruch in der Weiterentwicklung des Fußballs gelang 1986 mit dem „Azteka“. So hieß der offizielle Spielball bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko. Er wurde nicht mehr aus Leder, sondern aus vollsynthetischem Material hergestellt. Die hieraus gestanzten Oberflächenelemente hatten fast immer dasselbe Gewicht. Quasi die Garantie, dass die vorgeschriebenen 420 bis 445 Gramm für jeden geprüften FIFA-Ball ohne großes Vorsortieren einzuhalten waren. Beim Naturprodukt Leder hatte jedes Element ein anderes Gewicht, was bei der Produktion eine individuelle Zusammenstellung für jeden Ball erforderte.

1998 bei der WM in Frankreich kam der „Tricolore“ ins Spiel und mit ihm eine neu entwickelte Schicht aus „syntaktischem Schaum“, einer ebenmäßigen Matrix aus Polyurethan, die aus sehr widerstandsfähigen gasgefüllten und individuell verschlossenen Mikrobällchen besteht. Der Ball setzte neue Maßstäbe in Sachen Rücksprungverhalten, Passgenauigkeit und Lebensdauer.

Ein weiterer großer Schritt nach vorne wurde mit dem „Roteiro“ bei der EM 2004 in Portugal geschafft: Er war der erste Ball, der nicht mehr genäht, sondern komplett thermoverklebt wurde. Der Ball wurde dadurch akkurater und reaktionsschneller als je zuvor.

Mit dem ständig verbesserten Material verbesserten sich auch Verarbeitung und Aussehen des meistbegehrten Spielgeräts der Welt: Der „Telstar“ 1970 in Mexiko wurde noch aus fünf- und sechseckigen Feldern zusammengenäht – der Look im klassischen Schwarz-Weiß.

Farbe kommt ins Spiel

Der erste mehrfarbige Ball war der „Tricolore“ 1998 in Frankreich. Beim „Teamgeist“ 2006 in Deutschland wurden dann nicht mehr eckige Felder vernäht, sondern geschwungene Panels verklebt – dadurch erhielt der Ball eine konstant noch rundere Struktur.

Der „Brazuca“ von adidas, der in den Wochen vor der WM 2014 in Brasilien auf den Markt gekommen ist, besteht nur noch aus sechs Panels. Das bedeutet auch weniger Stellen, durch die Feuchtigkeit eindringen könnte. Dafür sorgt unter anderem ein Spezialkleber, für den Bayer MaterialScience die Rohstoffe beisteuert. Außerdem bestehen fünf Schichten der Ballhülle aus Vorprodukten des Unternehmens.

Brasilianisches Lebensgefühl

Übrigens: Der „Brazuca“ hat eineinhalb Millionen Paten in Brasilien. So viele Fans – und damit die Mehrheit – waren es, die diesem Namen den Vorzug gaben vor „Bossa Nova“ und „Carnavalesca“. Die Brasilianer drücken mit dem Wort „Brazuca“ ihr Lebensgefühl aus.

Ob „Brazuca“, ob „Teamgeist“ – es wird in Zukunft immer neue Bezeichnungen geben, und die Bälle werden immer ausgefeilter. Einige Gemeinsamkeiten aber bleiben: ein festgelegter Umfang von 68 bis 70 Zentimetern, ein Gewicht von 420 bis 445 Gramm und ein Überdruck von 0,6 bis 1,1 bar. Das sind die weltweit gültigen Regeln, nach denen sich der Ballproduzent adidas und seine Partner zu richten haben bei jeder Weiterentwicklung.

Über Bayer MaterialScience:
Mit einem Umsatz von 11,2 Milliarden Euro im Jahr 2013 gehört Bayer MaterialScience zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Bayer MaterialScience produziert an 30 Standorten rund um den Globus und beschäftigte Ende 2013 rund 14.300 Mitarbeiter. Bayer MaterialScience ist ein Unternehmen des Bayer-Konzerns.

Mehr Informationen finden Sie unter www.materialscience.bayer.com.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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Letzte Änderung: 5. Januar 2016 Copyright © Bayer AG