Donnerstag - 30. März 2017

Renommierte Auszeichnung der Bayer-Stiftung für „Wissenschaft & Bildung“:

Familie-Hansen-Preis 2017 geht an Professor Jens Brüning und Professor Matthias H. Tschöp

Prof. Brüning vom Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln wird für seine wegweisenden Erkenntnisse über die physiologische Wirkung von Insulin und die Pathophysiologie der Insulinresistenz ausgezeichnet. / Prof. Tschöp von Helmholtz Zentrum München erhält den Preis für die Nutzung des Paradigmenwechsels im Bereich der Darm-Hirn-Signalwege – Wirkstoffkandidaten sind mittlerweile in klinischen Studien zur Therapie von Fettleibigkeit und Diabetes.
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Professor Jens Brüning

Leverkusen, 30. März 2017 – Die Preisträger des „Familie-Hansen-Preises 2017“ stehen fest: Kuratorium und Stiftungsrat der Bayer Science & Education Foundation haben sowohl Professor Jens Brüning als auch Professor Matthias H. Tschöp den mit je 75.000 EUR dotierten Preis zuerkannt, der in Deutschland zu den renommiertesten wissenschaftlichen Auszeichnungen gehört. Mit dem Preis werden die bahnbrechenden Erkenntnisse und umwälzenden Entdeckungen der Wissenschaftler auf den Gebieten Diabetes und Adipositas gewürdigt. Die feierliche Verleihung durch den Vorstandsvorsitzenden der Bayer AG, Werner Baumann, erfolgt am 15. Mai 2017 im Rahmen eines Festaktes in Berlin.

Mit dem Familie-Hansen-Preis werden Wissenschaftler geehrt, die wegweisende Forschungsbeiträge auf innovativen Gebieten der Biologie und Medizin geleistet haben. Er wird seit dem Jahr 2000 im Andenken an den Preisstifter Prof. Dr. Kurt Hansen verliehen. Der verstorbene ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende der Bayer AG hatte 1999 den Preis aus „Dankbarkeit für ein ausgefülltes Leben als Naturwissenschaftler und Diplom-Kaufmann“ gestiftet.

Prof. Dr. Jens Brüning vom Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln wird für seine wegweisenden Erkenntnisse über die physiologische Wirkung von Insulin und die Pathophysiologie der Insulinresistenz ausgezeichnet. Seine grundlegenden Entdeckungen über die Rolle der Insulinaktivität im ZNS und seine Forschungen zu systemischen Steuerungssignalen der Nahrungsaufnahme sowie zur Adipositas-induzierten Deregulierung dieser Signalwege bereiteten den Weg für neuartige Therapieoptionen für Adipositas und Typ-2-Diabetes mellitus.

Prof. Dr. med. Matthias H. Tschöp vom Helmholtz Diabetes Zentrum München erhält den Preis für seine revolutionären Entdeckungen zu Signalwegen der Darm-Hirn-Kommunikation im Zusammenhang mit Hungersignalen. Die zukunftsweisende Kombination aus Forschungsarbeit in der Physiologie, Humanbiologie und Peptid-basierter Pharmakologie hat bahnbrechende Entdeckungen ermöglicht. Diese mündeten wiederum in zahlreiche neuartige Wirkstoffkandidaten mit einem außerordentlichen Potenzial, die weltweite pandemische Verbreitung von Adipositas und Typ-2-Diabetes aufzuhalten.

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, erklärt: „Diabetes ist überall auf der Welt auf dem Vormarsch und Adipositas ist ein erheblicher Risikofaktor. Wenn man die metabolischen und hormonellen Leitungsbahnen und Signale im Körper versteht, kann man daraus dringend benötigte neue Vorbeugungs- und Behandlungsoptionen ableiten. Sowohl Jens Brüning als auch Matthias Tschöp sind Pioniere auf diesem Forschungsgebiet und verdienen daher diesen angesehenen Preis.“

Der Familie-Hansen-Preis 2017 wird zur Würdigung eines wichtigen Forschungsfeldes verliehen: Prof. Brüning ist Direktor am Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Untersuchung der ZNS-abhängigen Regulierung des Energie- und Glukosestoffwechsels anhand von gentechnisch veränderten Mäusen. Diese Studien haben eine bislang unbeachtete Rolle der Insulinaktivität im Zentralnervensystem (ZNS) aufgedeckt, nämlich in der Steuerung der organismischen Glukosehomöostase und Insulinsensitivität. Seine Gruppe hat spezifische AgRP (Agouti-Related Peptide)-exprimierende Neuronen im Hypothalamus als maßgebliche Mediatoren der Stoffwechselwirkungen von Insulin bestimmt und die Molekularmechanismen der Insulinaktivität in diesen Neuronen sowie deren Veränderungen bei Adipositas erkannt. Durch Verfahren zum Mapping neuronaler Schaltkreise hat sein Team in jüngerer Zeit die Projektionen dieser AgRP-Neuronen im ZNS bestimmt, die für die insulinabhängige Steuerung der systemischen Insulinsensitivität durch Regulierung der autonomen Innervation verantwortlich sind.

Prof. Tschöp ist wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz Diabetes Zentrums, Biomedizinischer Direktor am neuen Helmholtz Pioneer Campus und Inhaber des Lehrstuhls für Stoffwechselerkrankungen an der Technischen Universität München. Seine Forschungsprojekte konzentrieren sich auf die molekularen Grundlagen von Diabetes und Adipositas und haben zum Ziel, neue präventive und therapeutische Ansätze zu entdecken. Eines seiner Interessensgebiete ist die Rolle der Darm-Hirn-Kommunikation als entscheidender Schaltkreis in der Regulierung von Adipositas, Glukosehomöostase und Energiestoffwechsel. Derzeit beschäftigt sich sein Team in Zusammenarbeit mit Medizinern, Ingenieuren und Chemikern mit der Entwicklung innovativer interdisziplinärer Verfahren für die personalisierte Vorbeugung und Behandlung von Adipositas, Diabetes und Begleiterkrankungen.

„Fortschritte in der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung sind unser Zukunftskapital. Wir wollen die Wissenschaft fördern und Exzellenz stärken“, sagt Kemal Malik, für Innovation verantwortliches Vorstandsmitglied der Bayer AG und Vorstand der Stiftung. „Für das Innovations-Unternehmen Bayer spielt die Forschung eine zentrale Rolle. Die Kenntnis, die Akzeptanz und die Anwendung von Zukunftstechnologien in den Life Sciences sind zentrale gesellschaftliche Rahmenbedingungen, zu denen die Bayer AG auch über ihre Stiftungen und die Vergabe dieses Preises beitragen will“, so Malik weiter.

Der Preis wird von der „Bayer Science & Education Foundation“ vergeben. Diese Stiftung verfolgt als vorrangige Ziele die Ehrung herausragender Forschungsleistungen, die Förderung wissenschaftlicher Talente und die Unterstützung bedeutender, naturwissenschaftlicher Schulprojekte. Im inhaltlichen Fokus der Fördertätigkeiten stehen die Naturwissenschaften und die Medizin. Herausragende Forschungsleistungen honoriert die Stiftung im jährlichen Wechsel mit dem Familie-Hansen-Preis und dem Otto-Bayer-Preis, die mit jeweils 75.000 Euro dotiert sind. Zwei Preise für aufstrebende Nachwuchsforscher vervollständigen das Programm: der internationale Bayer Early Excellence in Science Award wird jährlich in den Kategorien Biologie, Chemie und Medizinwissenschaften mit einem Preisgeld von je 10.000 Euro vergeben, und der Bayer Thrombosis Research Award fördert Wissenschaftler, die im deutschsprachigen Raum im Bereich der grundlegenden und klinischen Thromboseforschung besondere Akzente setzen alle zwei Jahre mit einem Preisgeld von 30.000 Euro.

Prof. Dr. Jens C. Brüning studierte Medizin an der Universität zu Köln. Nach seinem Abschluss im Jahr 1992 arbeitete er als Postdoktorand im Labor von C. Ronald Kahn an der Harvard Medical School und setzte anschließend seine Facharztausbildung in der Inneren Medizin am Universitätsklinikum Köln fort. Im Jahr 2003 erhielt er eine Professur am Institut für Genetik der Universität zu Köln, an dem er seit 2007 auch als Wissen-schaftlicher Koordinator des Kölner Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD („Cellular Stress Responses in Aging-Associated Diseases“) tätig ist. 2011 wurde er Direktor des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung in Köln und Direktor des Zentrums für Endokrinologie, Diabetologie und Präventivmedizin an der Uniklinik Köln.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Matthias H. Tschöp studierte und promovierte an der medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo er auch einige Jahre klinisch in der Inneren Medizin tätig war. Nach einem Postdoc-Aufenthalt in den Eli Lilly Research Laboratories in den USA (1999-2002) kehrte er 2002 nach Europa zurück, um am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam eine eigene Arbeitsgruppe zu führen. 2003 wurde Matthias Tschöp an die University of Cincinnati, USA, rekrutiert, wo er von 2003-2009 als Professor, und später als Direktor des Diabetes and Obesity Centers of Excellence sowie als Arthur Russel Morgan Endowed Chair of Medicine tätig war. Matthias Tschöp, ein gewähltes Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina, ist wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz Diabetes Zentrums, Direktor am Institut für Diabetes und Adipositas und Direktor für Biomedizin am neuen Helmholtz Pioneer Campus. Er ist weiterhin Inhaber des Lehrstuhls für Stoffwechselerkrankungen an der Technischen Universität München, Ehrendoktor der Universität Leipzig und außerordentlicher Professor an der Yale Universität.


Bayer: Science For A Better Life

Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig will der Konzern Werte durch Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und handelt als „Corporate Citizen“ sozial und ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte der Konzern mit rund 115.200 Beschäftigten einen Umsatz von 46,8 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,6 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 4,7 Milliarden Euro. Diese Zahlen schließen das Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen ein, das am 6. Oktober 2015 als eigenständige Gesellschaft unter dem Namen Covestro an die Börse gebracht wurde. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de.


Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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Letzte Änderung: 6. April 2017 Copyright © Bayer AG