Montag - 16. November 2015

Aktuelles Weißbuch Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern

Experten fordern Verbesserungen, denn viele Schlaganfälle und deren Folgen könnten vermieden werden

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Hans-Holger Bleß, Leiter des Bereichs Versorgungsforschung am IGES-Institut, Berlin

Leverkusen, 16. November 2015 – Ein Schlaganfall ist für Betroffene und deren Angehörige ein einschneidendes Ereignis, denn oft führt er zum Tod oder bleibenden Behinderungen. In vielen Fällen könnten Schlaganfälle durch eine bessere Früherkennung von Vorhofflimmern und Prävention von Blutgerinnseln vermieden werden. Das geht aus dem aktuellen Weißbuch „Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern“ des Forschungsinstituts IGES hervor. Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern wird als Risikofaktor für Schlaganfälle immer noch unterschätzt. Das Weißbuch zeigt, dass Vorhofflimmern zu selten oder zu spät erkannt und häufig nicht angemessen behandelt wird. Hans-Holger Bleß, Leiter des Bereichs Versorgungsforschung am IGES-Institut, erläutert die wichtigsten Erkenntnisse und Konsequenzen aus dem Weißbuch:

Was versteht man unter Vorhofflimmern?
Bleß: Vorhofflimmern (VHF) zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen im Erwachsenenalter. Dabei schlagen die Vorhöfe des Herzens mit sehr viel höherer Frequenz als normal und können sich nicht mehr effektiv zusammenziehen. Dadurch wird der Bluttransport gestört, sodass es zur Bildung von Blutgerinnseln im Herzen kommen kann. Wenn sie sich lösen und in die gehirnversorgenden Blutgefäße gelangen, droht ein Gefäßverschluss, ein ischämischer Schlaganfall. Patienten mit VHF haben ein fünffach erhöhtes Schlaganfall-Risiko.

Wie viele Menschen in Deutschland sind von VHF betroffen?
Bleß: Aktuellen Schätzungen zufolge sind rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland an VHF erkrankt, mehrheitlich im höheren Lebensalter. Es dürfte aber viele weitere Patienten geben, die nichts von ihrem VHF wissen. Das liegt unter anderem daran, dass der Patient häufig bei VHF keine Symptome verspürt. Darüber hinaus rechnen Experten damit, dass die Zahl der Erkrankten aufgrund der demografischen Entwicklung steigt. Damit nicht auch die Zahl der Schlaganfallpatienten zunimmt, müssen möglichst viele VHF-Patienten erkannt und vorbeugend behandelt werden.

Wie sehen die Folgen eines schweren Schlaganfalls aus?
Bleß: Der Schlaganfall gehört in Deutschland zu den häufigsten Ursachen für Tod und bleibende Behinderung. Etwa jeder Dritte mit einem erstmaligen Schlaganfall stirbt innerhalb eines Jahres. Die anderen leiden häufig ihr Leben lang an den Folgen wie beispielsweise einer Halbseitenlähmung, Sprachstörungen oder eingeschränkten Gedächtnisleistungen. Untersuchungen zeigen, dass Schlaganfälle infolge eines VHF oft besonders schwer verlaufen.

Was bedeutet dies für das Gesundheitssystem?
Bleß: Schlaganfälle belasten das Gesundheitssystem sehr stark. Allein die direkten Krankheitskosten, die für die Behandlung oder für Rehabilitationsmaßnahmen entstehen, betragen im Schnitt 43.000 Euro pro Patient. Laut Statistischem Bundesamt entfallen rund 30 Prozent der direkten medizinischen und nicht-medizinischen Kosten in der Behandlung von Schlaganfällen auf den stationären Sektor. Ein weiteres Drittel der Kosten entsteht durch Pflegebedürftigkeit der betroffenen Patienten. Umso wichtiger ist es, Schlaganfällen vorzubeugen. Würde man entsprechende Maßnahmen ausweiten, könnten in Deutschland jährlich rund 9.400 Schlaganfälle vermieden werden.

Werden die Empfehlungen zur Schlaganfallprävention in der Praxis ausreichend berücksichtigt?
Bleß: Unsere Analyse im Weißbuch zeigt, dass bis zu 43 Prozent der VHF-Patienten nicht oder nicht ausreichend mit präventiven Medikamenten versorgt sind. Ein möglicher Grund ist, dass Patienten mehr Angst vor medikamentös bedingten Nebenwirkungen haben als vor einem Schlaganfall und daher die Therapie ablehnen oder ihre Medikamente nicht einnehmen. Patienten sollten darüber mit ihrem Arzt sprechen. Der Arzt wird eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung vornehmen. In vielen Fällen überwiegt der Nutzen einer Schlaganfallprävention.

Was muss passieren, damit sich die Versorgungssituation von VHF-Patienten bessert?
Bleß: Aus unserer Sicht müsste VHF häufiger und früher als bisher erkannt werden. Dazu gehört beispielsweise für alle Patienten ab 65 Jahren das Tasten des Pulses mit anschließendem EKG bei unregelmäßigem Puls. Darüber hinaus sollten Patienten sachlich und verständlich über die Risiken des VHF und den Nutzen einer Behandlung zum Schutz vor Schlaganfällen aufgeklärt werden. Und schließlich könnten gezielte Betreuungsangebote wie beispielsweise ein Arzneimittelcoach dafür sorgen, dass Patienten ihre Medikamente so wie verordnet einnehmen.

Wie können Menschen mit VHF selbst dazu beitragen, das Schlaganfallrisiko zu senken?
Bleß: Zum einen können sie dazu beitragen, dass das VHF überhaupt entdeckt wird; nämlich indem sie ihre Pulsfrequenz hin und wieder selbst messen. Zum anderen können sie ihr Schlaganfallrisiko senken, indem sie einen gesunden Lebensstil einhalten und zusätzliche Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Zucker- und Fettstoffwechselstörungen behandeln lassen.

Über Rivaroxaban (Xarelto®)
Rivaroxaban wird unter dem Markennamen Xarelto® vermarktet. Bei den venösen und arteriellen Thromboembolien (VAT) ist Xarelto® mit sieben zugelassenen Indikationen das NOAK mit dem größten Anwendungsbereich:

• Zur Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren
• Zur Behandlung von Tiefen Venen-Thrombosen (TVT) bei Erwachsenen
• Zur Behandlung von Lungenembolien (LE) bei Erwachsenen
• Zur Prophylaxe von rezidivierenden TVT und LE bei Erwachsenen
• Zur Prophylaxe von venösen Thromboembolien (VTE) nach elektiven Hüftgelenkersatzoperationen
• Zur Prophylaxe von VTE nach elektiven Kniegelenkersatzoperationen
• Zur Sekundär-Prophylaxe nach akutem Koronarsyndrom bei Patienten mit erhöhten kardialen Biomarkern in Kombination mit ASS oder ASS plus Clopidogrel oder Ticlopidin zur Prophylaxe atherothrombotischer Ereignisse

Über alle Indikationen hinweg ist Xarelto® in mehr als 130 Ländern zugelassen, wobei der Zulassungsstatus von Land zu Land variieren kann.

Rivaroxaban wurde von Bayer HealthCare synthetisiert und wird gemeinsam mit Janssen Research & Development, LLC entwickelt. Xarelto® wird außerhalb der USA von Bayer HealthCare und innerhalb der USA von Janssen Pharmaceuticals, Inc. (einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson) vermarktet.

Gerinnungshemmende Arzneimittel sind hoch wirksame Medikamente zur Prävention oder Behandlung von schweren und potentiell lebensbedrohlichen Erkrankungen. Vor dem Beginn einer Therapie mit Antikoagulantien sollte der Arzt sorgfältig die individuellen Nutzen und Risiken für den jeweiligen Patienten abwägen.

Die verantwortungsvolle Anwendung von Xarelto® hat eine hohe Priorität für Bayer, so dass das Unternehmen einen Leitfaden für Ärzte sowie einen Patientenratgeber zur Unterstützung der empfohlenen Praxis entwickelt hat.

Über Bayer HealthCare Deutschland
Bayer HealthCare Deutschland vertreibt die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengeführten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care (Diabetes Care und Radiology) und Pharmaceuticals. Das Unternehmen konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will Bayer HealthCare Deutschland einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern.

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Letzte Änderung: 9. November 2016 Copyright © Bayer AG