Dienstag - 14. April 2015

Bayer MaterialScience treibt Nutzung von Kohlendioxid voran

CO2 überzeugt als neuer Baustein für Polyurethane

Neuartige Polyole sind von hoher Qualität und besonders nachhaltig
download
Als alternative Kohlenstoffquelle ermöglicht CO2 nicht nur eine hohe Qualität der Polyurethan-Komponente Polyol, sondern bietet vor allem auch bei deren Herstellung erhebliche ökologische Vorteile. Daher treibt Bayer MaterialScience seine Aktivitäten zur Nutzung von CO2 weiter voran. Ein erstes Polyol für die Herstellung von Polyurethan-Weichschaum soll 2016 auf den Markt kommen.

Maastricht, 14. April 2015 – Kohlendioxid überzeugt als alternative Kohlenstoffquelle für die Polyurethan-Herstellung. Es ermöglicht nicht nur eine hohe Qualität der Polyurethan-Komponente Polyol, sondern bietet vor allem auch bei deren Herstellung erhebliche ökologische Vorteile, wie Bayer MaterialScience auf der Fachmesse UTECH 2015 in Maastricht betonte. So sind das Treibhausgaspotenzial und der Verbrauch fossiler Ressourcen wesentlich niedriger als bei ausschließlicher Verwendung konventioneller petrochemischer Bausteine. Daher treibt das Unternehmen seine Aktivitäten zur Nutzung von CO2 weiter voran. Erste entsprechende Produkte sollen 2016 auf den Markt kommen.
Zunächst will Bayer MaterialScience mit Kohlendioxid ein neuartiges Polyol produzieren, das zur Herstellung von Polyurethan-Weichschaum dienen soll. Dazu wird jetzt am Standort Dormagen eine Produktionsstraße errichtet, die Anfang nächsten Jahres in Betrieb genommen werden soll.

14 Prozent weniger Erdöl
Die neuen Polyethercarbonat-Polyole tragen vor allem zur Ressourcenschonung in der Herstellung bei, da sich erhebliche Mengen an konventionellen petrochemischen Materialien – in diesem Falle Propylenoxid – einsparen lassen. „Bei einem 20-prozentigen CO2-Anteil zum Beispiel wäre der Verbrauch an Erdöl-Äquivalenten pro Kilogramm Polyol gegenüber der herkömmlichen Produktion um 14 Prozent niedriger“, sagt Dr. Christoph Gürtler, der bei Bayer MaterialScience in der CO2-Forschung tätig ist.

Hinzu kommt ein deutlich besserer Carbon Footprint. „Wir bauen nicht nur CO2 ein, sondern wir verringern auch gleichzeitig den CO2-Ausstoß, der naturgemäß in der Polyol-Produktion anfällt“, erläutert Gürtler. Dies werde durch den niedrigeren Anteil an Propylenoxid und die entsprechend geringere CO2-Last erreicht, die in Vorstufen bei der energieintensiven petrochemischen Synthese dieses Rohstoffs anfalle.

Geringere Emissionen
„Es zeigt sich, dass wir durch den Einbau von Kohlendioxid ein Mehrfaches an CO2 einsparen, das bei der Produktion von Polyolen emittiert wird, die vollständig auf Propylenoxid basieren“, betont Gürtler. „Das Verhältnis ist dabei fast eins zu drei, was die ökologische Vorteilhaftigkeit unterstreicht.“ Diese Werte gehen auf eine ausführliche Untersuchung (Life Cycle Assessment – LCA) der RWTH Aachen University zurück, die ein Vertreter der Hochschule auf der UTECH präsentierte.

Auch von ihren Eigenschaften her sind die neuartigen CO2-basierten Polyole positiv zu bewerten. Hinzu kommt, dass sich die alternativen Rohstoffe, die Bayer MaterialScience ausgiebig getestet hat, auf konventionellen Maschinen verarbeiten lassen. „Damit sind unsere CO2-basierten Polyole bestens geeignet, um daraus Polyurethane zunächst für Matratzen oder Polstermöbel herzustellen“, sagt Dr. Lutz Brassat aus der Anwendungsentwicklung von Bayer MaterialScience.

Das Unternehmen zielt aber nicht nur auf konventionellen Weichschaum. Es entwickelt zudem ein spezielles CO2-Polyol für viskoelastische Schaumstoffe. „Die ersten Resultate sind sehr vielversprechend“, so Brassat.

Ausbau der Produktpalette
Bayer MaterialScience will darüber hinaus Kohlendioxid auch für andere Produktgruppen nutzen. In Forschungs- und Entwicklungsprojekten arbeitet das Unternehmen beispielsweise daran, auch CO2-basierte Polyole für Thermoplastische Polyurethane (TPU) und Gießelastomere anzubieten.

Außerdem sind die Experten bemüht, den Anteil fossiler Rohstoffe durch direkte und indirekte Nutzung von CO2 weiter zu verringern. „Uns ist es inzwischen gelungen, ein Polyol zu entwickeln, das nur noch zu 60 Prozent auf Erdölderivaten beruht“, sagt Gürtler. Auch dieses Vorprodukt – ein Polyoxymethylen-Carbonat-Polyol – zeichne sich durch einen besonders guten Carbon Footprint aus. Als Anwendungsbereiche seien etwa Autoinnenraum-Ausstattungen und Sportartikel denkbar.

Über Bayer MaterialScience:
Mit einem Umsatz von 11,7 Milliarden Euro im Jahr 2014 gehört Bayer MaterialScience zu den weltweit größten Polymer-Unternehmen. Geschäftsschwerpunkte sind die Herstellung von Hightech-Polymerwerkstoffen und die Entwicklung innovativer Lösungen für Produkte, die in vielen Bereichen des täglichen Lebens Verwendung finden. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Automobilindustrie, die Elektro-/Elektronik-Branche sowie die Bau-, Sport- und Freizeitartikelindustrie. Bayer MaterialScience produziert an 30 Standorten rund um den Globus und beschäftigte Ende 2014 rund 14.200 Mitarbeiter. Bayer MaterialScience ist ein Unternehmen des Bayer-Konzerns.

Diese Presse-Information steht auf dem Presseserver von Bayer MaterialScience unter www.presse.bayerbms.de zum Download bereit. Dort können Sie auch Bildmaterial herunterladen. Bitte beachten Sie die Quellenangabe.

Mehr Informationen finden Sie unter www.materialscience.bayer.com.

Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

Download Center


 
0
  Datei(en) gesammelt
Download Center öffnen

Ansprechpartner


Letzte Änderung: 5. Januar 2016 Copyright © Bayer AG