Mittwoch - 22. Februar 2017

Bilanz-Pressekonferenz

Aus den Ausführungen von Werner Baumann

Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)


Meine Damen und Herren,

ich heiße Sie – auch im Namen meiner Vorstandskollegen – herzlich willkommen hier im Baykomm zur Vorstellung unseres Jahresabschlusses. Wir freuen uns sehr, dass Sie heute wieder bei uns sind. Ganz besonders möchte ich unsere Gäste aus dem Ausland begrüßen, die zum Teil eine weite Anreise auf sich genommen haben. Wir wissen das sehr zu schätzen.


(2017-1500-1)

Wir blicken erneut auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Mit unserer operativen Performance haben wir 2016 wieder ein neues Rekordniveau erreicht. Sowohl der Umsatz als auch das bereinigte Ergebnis sind so hoch wie nie zuvor. Auf diese Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wir stolz sein.

Sehr wichtig war auch, dass wir strategisch einen weiteren großen Schritt nach vorn gemacht haben. Ich meine vor allem die vereinbarte Übernahme von Monsanto. Damit wollen wir Bayer in den Life Sciences weiter stärken und langfristig erheblichen zusätzlichen Wert schaffen.

Natürlich ist eine Übernahme dieser Größenordnung kein Sprint, sondern eher ein Marathon. Aber wir haben schon einen großen Teil der Wegstrecke zurückgelegt. Im Dezember haben die Monsanto-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Transaktion zugestimmt. Und auch bei der Transaktionsfinanzierung sowie den erforderlichen behördlichen Verfahren kommen wir gut voran.

Darüber hinaus haben wir im vergangenen Jahr einige kleinere Transaktionen vorgenommen und unser Innovationsnetzwerk mit hervorragenden Partnern weiter ausgebaut. Darauf werde ich nachher noch einmal zu sprechen kommen.

Lassen Sie mich aber zunächst die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr erläutern.


(2017-1500-2)

Der Umsatz des Bayer-Konzerns erhöhte sich um 3,5 Prozent auf 46,8 Milliarden Euro. Das ist, wie gesagt, ein neuer Rekordwert für Bayer. Unsere Life-Science-Bereiche – also ohne Covestro – trugen mit einer Steigerung von 4,7 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz bei. Bitte beachten Sie, dass ich beim Umsatz immer von währungs- und portfoliobereinigten Veränderungen spreche.

Auch beim Ergebnis konnten wir im vergangenen Jahr erfreuliche Zuwächse erzielen. Das EBIT des Bayer-Konzerns stieg um knapp 13 Prozent auf rund 7 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Sonderaufwendungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich um circa 10 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie konnten wir um mehr als 7 Prozent auf 7,32 Euro steigern.

Auch im vergangenen Jahr haben wir wieder erheblich in die Stärkung unserer Innovationskraft investiert. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen im Konzern – also inklusive Covestro – um 9,2 Prozent auf fast 4,7 Milliarden Euro. In den Life-Science-Bereichen gaben wir mit 4,4 Milliarden Euro knapp 13 Prozent vom Umsatz für Forschung und Entwicklung aus. Auch dies ist ein neuer Höchstwert.


(2017-1500-3)

Lassen Sie mich nun auf die Geschäftsentwicklung der Divisionen eingehen. Bei Pharmaceuticals legte der Umsatz erfreulich um 8,7 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro zu. Wir konnten das Geschäft in allen Regionen merklich ausweiten.

Unsere Hauptwachstumsprodukte leisteten wieder einen wesentlichen Beitrag: Xarelto™, Eylea™, Xofigo™, Stivarga™ und Adempas™ erzielten zusammen einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro, verglichen mit 4,2 Milliarden Euro im Vorjahr.

Insbesondere unsere beiden umsatzstärksten Produkte, der Gerinnungshemmer Xarelto™ und das Augenmedikament Eylea™, konnten deutlich zulegen. Der Umsatz von Xarelto™ stieg um 31 Prozent, vor allem durch größere Absatzmengen in Europa und Japan. Auch in den USA, wo Xarelto™ durch eine Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson vermarktet wird, verzeichneten wir deutliche Zuwächse. Bei Eylea erhöhte sich der Umsatz um 33 Prozent. Dabei entwickelte sich das Geschäft vor allem in Europa, Kanada und Japan erfolgreich.

Aufgrund der erfreulichen Geschäftsentwicklung haben wir das kumulierte jährliche Spitzenumsatzpotenzial dieser fünf Produkte im vergangenen Jahr angehoben – von bisher mindestens 7,5 Milliarden Euro auf über 10 Milliarden Euro.

Diese Einschätzung wurde kürzlich durch eine klinische Phase-III-Studie zu Rivaroxaban – dem Wirkstoff von Xarelto™ – gestärkt. Die Studie hat gezeigt, dass Rivaroxaban bei Patienten mit bestimmten Herz- und Gefäßkrankheiten schwerwiegende Ereignisse wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle effektiv verhindern kann. Die Studie wurde aufgrund der überragenden Wirksamkeit von Rivaroxaban vorzeitig beendet. Ein sehr erfreuliches Ergebnis – vor allem für die betroffenen Patienten, wenn ihnen nach der Zulassung Xarelto™ auch in dieser Indikation zur Verfügung steht.

Basierend auf der sehr guten Geschäftsentwicklung konnten wir auch das Ergebnis in der Division Pharmaceuticals deutlich steigern und gleichzeitig unsere Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen um mehr als 300 Millionen Euro erhöhen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 13,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Dies ergibt eine bereinigte EBITDA-Marge von 32,0 Prozent – eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozentpunkte.


(2017-1500-4)

Kommen wir nun zu Consumer Health. In unserem Geschäft mit verschreibungsfreien Gesundheitsprodukten erhöhte sich der Umsatz um 3,5 Prozent auf 6 Milliarden Euro. Dies entsprach in etwa der Entwicklung des Wettbewerbs. Deutliche Zuwächse erzielten wir vor allem in Lateinamerika und Asien / Pazifik. In der Region Europa / Nahost / Afrika konnten wir den Umsatz leicht steigern, während das Geschäft in Nordamerika auf dem Niveau des Vorjahrs lag.

Bei den Consumer-Health-Produkten erzielten Canesten™ gegen Pilzerkrankungen und das Pränatalvitamin Elevit™ zweistellige Umsatzzuwächse. Auch das Geschäft mit Bepanthen™ / Bepanthol™ – unseren Wundheilungs- und Hautpflegemitteln – legte deutlich zu.

Der Umsatz mit Aspirin™ erhöhte sich leicht. Einschließlich des Geschäfts mit Aspirin™ Cardio, das bei Pharmaceuticals ausgewiesen wird, lag der Umsatz bei einer Milliarde Euro – ein Plus von 5,0 Prozent. Das Geschäft mit dem Antihistaminikum Claritin™ entwickelte sich dagegen rückläufig.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Consumer Health ging um 3,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Höhere Herstellungskosten und negative Währungseffekte belasteten das Ergebnis. Die positive Umsatzentwicklung und Kostensynergien konnten dies jedoch zu großen Teilen kompensieren. Die bereinigte EBITDA-Marge verringerte sich um 0,6 Prozentpunkte auf 23,4 Prozent.


(2017-1500-5)

Meine Damen und Herren,

Für unsere Division Crop Science blieb das Marktumfeld im vergangenen Jahr weiter schwach, insbesondere in Lateinamerika. Dennoch konnten wir beim Umsatz mit 9,9 Milliarden Euro das Niveau des Vorjahrs halten. Dabei wurde der deutliche Rückgang in Lateinamerika durch Zuwächse in den anderen Regionen ausgeglichen.

Im Bereich Pflanzenschutz war vor allem der Umsatz mit Insektiziden stark rückläufig, während sich das Fungizid- und das SeedGrowth-Geschäft positiv entwickelten. Der Umsatz mit Saatgut und Pflanzeneigenschaften erhöhte sich um gut 8 Prozent. Auch der Bereich Environmental Science erzielte ein erfreuliches Plus von 4,5 Prozent.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Crop Science lag mit 2,4 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Dazu trugen gestiegene Verkaufspreise bei. Auch der Währungseffekt fiel vor allem aufgrund von Kurssicherungsgeschäften sehr positiv aus. Dem standen geringere Absatzmengen, höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie höhere Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber. Die bereinigte EBITDA-Marge von Crop Science erhöhte sich um 0,6 Prozentpunkte auf 24,4 Prozent.


(2017-1500-6)

Last but not least – unsere Geschäftseinheit Animal Health. Hier stieg der Umsatz um 4,8 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Positiv entwickelte sich vor allem das Geschäft in den Regionen Nordamerika und Asien / Pazifik. Das Floh- und Zeckenhalsband Seresto™ erzielte ein sehr starkes Wachstum. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 349 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

Wie Sie wissen, wird Covestro aufgrund unserer Mehrheitsbeteiligung in Höhe von derzeit rund 64 Prozent weiterhin voll konsolidiert. Da das Unternehmen bereits vorgestern seinen Jahresabschluss präsentiert hat, hier nur die beiden wichtigsten Kennzahlen: Der Umsatz von Covestro lag mit 11,8 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahrs. Das Ergebnis verbesserte sich deutlich: Das bereinigte EBITDA stieg um 19,6 Prozent auf fast 2 Milliarden Euro.


(2017-1500-7)

Meine Damen und Herren,

so viel zu unserem Zahlenwerk. Wie Sie sehen, waren wir operativ sehr erfolgreich. Das vergangene Jahr war aber vor allem geprägt durch einen großen strategischen Schritt – die vereinbarte Übernahme von Monsanto.

Die Übernahme passt perfekt zu unserer Strategie, mit unseren Life-Science-Geschäften auf attraktiven, innovationsgetriebenen Märkten führende Positionen einnehmen zu wollen. Und ich bin überzeugt: Wir würden nach Vollzug des Zusammenschlusses durch mehr Innovation, stärkeres Wachstum und größere Effizienz langfristig erheblichen zusätzlichen Wert schaffen.

Wir folgen damit unserem Leitsatz „Science For A Better Life“, denn die Verbindung zweier innovationsstarker Unternehmen würde vor allem auch Gutes für unsere Mitmenschen und die Gesellschaft insgesamt schaffen. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich etwa zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Wie können sie alle ernährt werden, obwohl die verfügbare Ackerfläche pro Kopf zurückgeht? Das ist eine der drängendsten Fragen unserer Zeit.

Um Antworten darauf zu finden, braucht es neue Ideen und den Mut, sie auch in die Tat umzusetzen – mit einem Wort: Dafür brauchen wir Innovation. Indem wir unsere Kompetenzen mit denen von Monsanto zusammenbringen, können wir noch innovativer werden – und noch besser dazu beitragen, die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern.

Gemeinsam könnten wir Landwirten auf der ganzen Welt ein überzeugendes Produkt-angebot machen: vom Saatgut über die Saatgutbehandlung bis zur Bekämpfung von Unkraut, Schädlingen und Pflanzenkrankheiten. Eine gute Beratung der Kunden wird dabei eine immer größere Rolle spielen, gerade auch im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung in der Landwirtschaft. Auch hier würde Monsanto wertvolle Kompetenzen einbringen.

Unsere Strategie sowie der vereinbarte Erwerb von Monsanto werden unserer Meinung nach zunehmend besser verstanden, wie auch unser Aktienkurs zeigt: Er liegt jetzt klar über dem Wert, den er kurz vor der Bekanntgabe der Monsanto-Übernahme hatte.

Und lassen Sie mich noch einmal betonen: Der Erwerb von Monsanto wird nicht auf Kosten der anderen Geschäfte gehen.

Das organische Wachstum in den Bereichen Pharmaceuticals, Consumer Health und Animal Health werden wir unverändert weiter vorantreiben. Auch die nötigen Mittel für Investitionen in unsere Standorte sowie für kleinere Übernahmen und Einlizenzierungen werden weiter zur Verfügung stehen.

So viel zur Begründung des Zusammenschlusses. Wo stehen wir nun im Prozess? Wie eingangs erwähnt, kommen wir gut voran. Die Finanzierung stellen wir, wie angekündigt, durch die Aufnahme von Fremd- und Eigenkapital sicher. Die erste Eigenkapitalmaßnahme haben wir im November 2016 schon umgesetzt – mit der erfolgreichen Platzierung einer Pflichtwandelanleihe. Herr Dietsch wird die Ausfinanzierung nachher noch etwas ausführlicher erläutern.

Auch bei den behördlichen Freigaben für die Transaktion machen wir gute Fortschritte. Bei rund zwei Dritteln von ca. 30 Behörden haben wir die Genehmigungen bereits beantragt.

Bayer und Monsanto arbeiten eng mit den Behörden zusammen. Für die USA beantworten wir derzeit den sogenannten Second Request des Department of Justice. Eine solche zweite Verfahrensphase mit vertiefender Prüfung ist bei einem Zusammenschluss dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich – wir hatten sie erwartet.

Auch bei CFIUS, dem Ausschuss zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen in den USA, haben wir die Genehmigung der Übernahme beantragt.

In Europa bereiten wir die Einreichung derzeit vor. Nachdem die EU-Kommission im Vorfeld weitere Unterlagen angefordert hat, wollen wir den Antrag jetzt im 2. Quartal 2017 stellen.

Da unsere Geschäfte hinsichtlich der Produktportfolios sowie des geografischen Schwer­­punkts sehr komplementär sind, bleiben wir zuversichtlich, dass wir alle erforderlichen Genehmigungen erhalten werden. Uns ist bewusst, dass es gewisse Überschneidungen im kombinierten Produktportfolio gibt. Wir werden hier mit den Behörden zusammen­arbeiten, um angemessene Lösungen zu finden.

Dieser Prozess ist noch in einer frühen Phase. Gleichwohl treffen wir alle Vorbereitungen, die angebracht sind, um einen erfolgreichen Abschluss der Übernahme und die Integration der beiden Unternehmen zu ermöglichen.

Insgesamt erwarten wir weiterhin, die Transaktion bis Ende 2017 abschließen zu können.


(2017-1500-8)

Meine Damen und Herren,

lassen Sie mich nun etwas ausführlicher erläutern, was wir alles tun, um unsere Innovationskraft weiter zu stärken. Für uns ist das von zentraler Bedeutung, denn Innovation ist unsere Kernkompetenz. Darauf beruht unser Unternehmenserfolg. Die Grundlage dafür ist Exzellenz in Forschung und Entwicklung – auch in der frühen Forschung, die dazu dient, unser Wachstum langfristig zu sichern.

Wir verfügen über ein globales Netzwerk an Forschungs- und Entwicklungsstandorten, in denen mehr als 14.000 Forscher tätig sind. Im vergangenen Jahr haben wir unsere F&E-Investitionen in den Life-Science-Bereichen erneut gesteigert – auf nun 4,4 Milliarden Euro, rund 90 Prozent davon in den Divisionen Pharmaceuticals und Crop Science. Und wir planen sie auch im laufenden Jahr weiter zu erhöhen.

Man braucht heutzutage aber auch exzellente Partner, um an der Spitze der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung zu bleiben. Daher vernetzen wir uns über Kooperationen und strategische Allianzen mit führenden Hochschulen, öffentlichen Forschungseinrichtungen, Partnerfirmen und Start-ups.

Lassen Sie mich ein Beispiel für eine solche Kooperation geben. Ende vergangenen Jahres haben wir gemeinsam mit Versant Ventures das Unternehmen BlueRock Therapeutics gegründet. Das Unternehmen soll Stammzell-Therapien zur Heilung verschiedener Krankheitsbilder entwickeln.

Dafür haben Bayer und Versant 225 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Diese Anschubfinanzierung wird BlueRock dazu nutzen, eine Vielzahl von Programmen in die klinische Phase zu führen. Der Schwerpunkt wird zunächst auf Herz-, Gehirn- und Nervenerkrankungen liegen.

BlueRock Therapeutics ist die zweite große Investition des Bayer Lifescience Center. Diese strategische Einheit soll bahnbrechende wissenschaftliche Fortschritte in Medizin und Landwirtschaft schnell identifizieren, fördern und zugänglich machen. Dazu dienen Kooperationen oder Joint Ventures mit erstklassigen Biotechnologie-Unternehmen oder akademischen Instituten.

Über die erste große Investition des Bayer Lifescience Center – eine Kooperation mit CRISPR Therapeutics im Bereich der Genom-Editierung – hatten wir bei der Bilanz-Pressekonferenz im vergangenen Jahr berichtet. Unser Joint Venture hat im August vergangenen Jahres unter dem Namen Casebia Therapeutics seine Arbeit aufgenommen. Sitz des Unternehmens ist Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts.

Die Anstrengungen zur weiteren Stärkung unserer Innovationsfähigkeit zahlen sich aus, das zeigen unsere Entwicklungspipelines. So haben wir bei Pharmaceuticals eine ganze Reihe vielversprechender Produktkandidaten in der klinischen Entwicklung. Sechs von ihnen – in der mittleren bis späten Pipeline – haben ein kombiniertes Spitzenumsatzpotenzial, das wir auf insgesamt mindestens 6 Milliarden Euro schätzen.

Bei Crop Science dürfte das kombinierte Spitzenumsatzpotenzial der Bayer-Pipeline für Pflanzenschutz und Saatguttechnologie für Produkte, die zwischen 2015 und 2020 auf den Markt kommen sollen, bei insgesamt über 5 Milliarden Euro liegen.

So viel zu unseren Innovationsaktivitäten. Herr Dietsch wird nun auf die Geschäftsentwicklung im vierten Quartal 2016 eingehen sowie weitere Details zum Gesamtjahr erläutern.

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REDE DIETSCH
(siehe separates Dokument)

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(Fortsetzung Rede Baumann)


(2017-1500-9)

Meine Damen und Herren,

lassen Sie mich nun nach vorne schauen und unsere Finanzziele für das laufende Jahr erläutern. Wir rechnen für das Geschäftsjahr 2017 mit einer Fortsetzung der positiven Entwicklung des Bayer-Konzerns. Die Prognosen basieren auf den Wechselkursen vom 31. Dezember 2016.

Wie Sie auf der Folie sehen, planen wir für den Bereich Life Sciences einen Umsatz von circa 37 Milliarden Euro. Dies entspricht währungs- und portfoliobereinigt einem Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll in unseren Life-Science-Geschäften im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich erhöht werden.

Für den gesamten Konzern – also inklusive Covestro – planen wir, den Umsatz auf mehr als 49 Milliarden Euro zu erhöhen. Dies entspricht währungs- und portfoliobereinigt einem Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, ebenso wie das bereinigte Ergebnis je Aktie.

Kommen wir nun zu den Zielen für die einzelnen Segmente. Bei Pharmaceuticals erwarten wir ein währungs- und portfoliobereinigtes Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich auf mehr als 17 Milliarden Euro. Den Umsatz mit unseren Hauptwachstumsprodukten Xarelto™, Eylea™, Stivarga™, Xofigo™ und Adempas™ planen wir auf über 6 Milliarden Euro zu erhöhen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen wollen wir im oberen einstelligen Prozentbereich steigern, und die bereinigte EBITDA-Marge wollen wir verbessern.

Bei Consumer Health rechnen wir mit einem Umsatz von mehr als 6 Milliarden Euro. Dies entspricht – im Einklang mit dem erwarteten Marktwachstum – einer währungs- und portfoliobereinigten Steigerung im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Für das bereinigte EBITDA erwarten wir ein Plus im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Für Crop Science planen wir einen Umsatz von über 10 Milliarden Euro, und damit ein währungs- und portfoliobereinigtes Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll auf dem Niveau des Vorjahres liegen.

Bei Animal Health erwarten wir eine währungs- und portfoliobereinigte Umsatzsteigerung im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das bereinigte EBITDA planen wir im oberen einstelligen Prozentbereich zu verbessern.

Meine Damen und Herren,

Sie sehen: Wir sind optimistisch und setzen uns anspruchsvolle Ziele. Unser langfristiger Erfolg hängt aber in erheblichem Maße auch vom politischen und gesellschaftlichen Umfeld ab, in dem wir uns bewegen. Dazu möchte ich nun einige kurze Anmerkungen machen.

Unsere hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung sind mit großen Risiken verbunden. Zum Beispiel kostet die Entwicklung eines neuen Medikaments heute im Durchschnitt mehr als eine Milliarde Euro und dauert meist länger als zehn Jahre.

Im Bereich des chemischen Pflanzenschutzes sieht es ähnlich aus: Hier liegen die Kosten für die Entwicklung eines neuen Produkts im Schnitt bei 250 Millionen Euro, und es vergehen in der Regel 10 bis 14 Jahre vom ersten Labortest bis zur Marktzulassung. Von 150.000 Substanzen, die auf ihre Wirksamkeit für den Pflanzenschutz geprüft werden, schaffen es nur eine oder zwei auf den Markt.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir auf unseren Märkten verlässliche und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen vorfinden. Leider gibt es hier einigen Grund zur Sorge. Zwei Punkte möchte ich nennen.

Erstens: Europa steckt in einer Sinnkrise. Die Fliehkräfte nehmen zu. Mit Großbritannien hat zum ersten Mal ein Land beschlossen, aus der Europäischen Union auszutreten und eigene Wege zu gehen.

In dieser Situation kommt es darauf an, dem europäischen Gedanken neue Kraft zu geben. Die Debatte darüber, wie das geschehen sollte, hat gerade erst begonnen. Klar erscheint aber: Angesichts der Skepsis vieler EU-Bürger gegenüber den Brüsseler Institutionen kann es ein „Weiter so“ nicht geben. Auch die EU braucht eine Reformdebatte, um langfristig attraktiv zu bleiben. Denn wir alle brauchen ein zukunftsfähiges und prosperierendes Europa.

Gleichzeitig sollte der „Brexit“ so gestaltet werden, dass die negativen ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen so gering wie möglich sind. Denn Hemmnisse für den Freihandel schaden letztlich allen.

Zweitens beobachten wir seit einiger Zeit eine tiefgreifende Veränderung in der politischen Diskussionskultur. Es ist heute leider nicht mehr selbstverständlich, dass Diskussionen sachlich geführt werden. Emotionen treten zunehmend an die Stelle von Fakten.

Das führt aber dazu, dass Entscheidungen nicht mehr hauptsächlich auf rationaler Basis getroffen werden. Politik wird dadurch unberechenbar – eine schwere Hypothek, gerade für innovative Unternehmen wie Bayer, die langfristig planen und investieren müssen.

Deshalb setzen wir uns zum Beispiel dafür ein, auf europäischer Ebene ein Innovationsprinzip einzuführen, auf dessen Grundlage alle neuen Gesetze auf ihre Folgen für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft überprüft werden müssten. Dies würde das Vorsorgeprinzip, das gut und wichtig ist, sinnvoll ergänzen. Beide Prinzipien zusammen könnten für eine ausgewogenere Betrachtung von Nutzen und Risiko neuer Technologien sorgen.


(2017-1500-10)

Meine Damen und Herren,

zwar geben einige Entwicklungen in Politik und Gesellschaft in der Tat Anlass zur Sorge, nicht nur für uns. Aber wir haben dennoch allen Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Dies spiegeln unsere Erwartungen für 2017 wider, wie wir gesehen haben. Und wir sind gut in das neue Geschäftsjahr gestartet.

Wir sind aber auch über das Jahr 2017 hinaus optimistisch. Denn wir vertrauen auf unsere Stärken: auf die Attraktivität und Nachhaltigkeit unserer Unternehmenskultur, die erfolgreiche Umsetzung unserer Strategie – und natürlich auf die Fähigkeiten und die Kreativität unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Daher unternehmen wir große Anstrengungen, die besten Köpfe für Bayer zu gewinnen und zu halten. Dass wir dabei erfolgreich sind, zeigt zum Beispiel die jüngste Umfrage des Focus-Magazins unter 100.000 Beschäftigten, bei der Bayer zum „Besten Arbeitgeber Deutschlands 2017“ gewählt wurde. Auch in vielen anderen Ländern der Welt gehört Bayer zu den beliebtesten Arbeitgebern.

Lassen Sie mich nun zum Schluss kommen. Bayer hat sich in den vergangenen mehr als zehn Jahren zu einem reinen Life-Science-Unternehmen mit klar fokussiertem Portfolio entwickelt. Wir sind nun hervorragend positioniert, um an aktuellen technologischen Entwicklungen in den Life Sciences teilzuhaben und sie weiter voranzutreiben. Dazu zählen zum Beispiel die bahnbrechende Technologie der „Genom-Editierung“ oder die Digitalisierung, die auch auf unseren Gebieten – beispielsweise in der Landwirtschaft – großartige neue Möglichkeiten bietet.

Gleichzeitig besteht gerade in den Life-Science-Bereichen ein großer Bedarf an neuen Produkten und Problemlösungen. Wie bereits erwähnt, brauchen wir Innovationen, um die wachsende Weltbevölkerung auch in Zukunft ernähren zu können. Und auch im Gesundheitsbereich benötigen wir dringend weiteren Fortschritt – zum Beispiel bessere Medikamente gegen Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Denn noch immer gibt es für zwei Drittel der rund 30.000 weltweit bekannten Krankheiten noch keine – oder keine angemessenen – Therapiemöglichkeiten.

Mit anderen Worten: Durch den Fokus auf die Life Sciences sind wir genau an der Stelle aktiv, wo ein besonders großer langfristiger Innovationsbedarf auf zunehmende technologische Möglichkeiten trifft. Wir sind überzeugt, dass dies ein Erfolgsrezept für die Zukunft unseres Unternehmens ist, weil wir so den größten Nutzen für die Menschen bringen können. Das ist für uns bei Bayer: Science For A Better Life.

Und nun freuen wir uns, Ihre Fragen zu beantworten!


Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Mitteilung kann zukunftsgerichtete Aussagen enthalten. Tatsächliche Ergebnisse können wesentlich von den in solchen zukunftsgerichteten Aussagen enthaltenen Einschätzungen oder Vorhersagen abweichen. Faktoren, die zu einem solchen Abweichen tatsächlicher Ergebnisse führen können, sind unter anderem: Ungewissheiten bezüglich des Zeitpunkts des Vollzugs der beabsichtigten Transaktion; das Risiko, dass die Parteien die von der beabsichtigten Transaktion erwarteten Synergien und Effizienzsteigerungen nicht innerhalb des erwarteten Zeitraums (oder überhaupt nicht) erzielen oder die Integration des Geschäftsbetriebs der Monsanto Company („Monsanto“) in die Bayer Aktien­gesellschaft („Bayer“) nicht gelingt; dass die Integration von Monsanto schwieriger, zeitaufwendiger oder teurer verläuft als erwartet; dass die Umsätze nach dem Vollzug der beabsichtigten Transaktion niedriger ausfallen als angenommen; dass Betriebskosten, der Verlust bestehender Kundenbeziehungen oder Störungen des gewöhnlichen Geschäftsablaufs infolge der beabsichtigten Transaktion (einschließlich Schwierigkeiten in der Aufrechterhaltung bestehender Beziehungen mit Arbeitnehmern, Kunden oder Lieferanten) höher bzw. schwerwiegender ausfallen als erwartet; der mögliche Verlust wichtiger Schlüsselarbeitnehmer von Monsanto; Risiken im Zusammenhang mit der Ablenkung des Managements von Monsanto vom operativen Tagesgeschäft durch die beabsichtigte Transaktion; dass die Bedingungen für den Vollzug der beabsichtigten Transaktion nicht erfüllt werden oder die erforderlichen behördlichen Genehmigungen nicht planmäßig oder zu den erwarteten Bedingungen eingeholt werden können; die Erfüllbarkeit der Erwartungen der Parteien hinsichtlich des Zeitpunkts, des Vollzugs sowie der steuerlichen und bilanziellen Behandlung der beabsichtigten Transaktion; die Folgen der beabsichtigten Fremdkapitalaufnahme durch Bayer im Zusammenhang mit der beabsichtigten Transaktion sowie deren mögliche Auswirkungen auf das Rating von Bayer; die Auswirkungen des beabsichtigten Zusammenschlusses von Bayer und Monsanto, einschließlich der zukünftigen Finanzlage, des operativen Ergebnisses, der Strategie sowie der Pläne des kombinierten Unternehmens; weitere Faktoren, die in dem von Monsanto bei der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission („SEC“) eingereichten Jahresbericht (Form 10-K) für das am 31. August 2016 zu Ende gegangene Geschäftsjahr und anderen von Monsanto bei der SEC eingereichten Berichten (erhältlich unter www.sec.gov und auf Monsantos Webseite unter www.monsanto.com) beschrieben sind; sowie andere Faktoren, die in den von Bayer veröffentlichten Berichten (erhältlich auf der Bayer-Webseite www.bayer.de) beschrieben sind. Soweit rechtlich nicht anders vorgeschrieben, übernehmen Bayer und Monsanto keine Verpflichtung, die in dieser Mitteilung enthaltenen Informationen zu aktualisieren. Zukunftsgerichteten Aussagen, deren Wirkung lediglich auf das Datum dieser Mitteilung abstellt, sollte keine unangemessene Bedeutung beigemessen werden.

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