Donnerstag - 25. Februar 2016

Bilanz-Pressekonferenz

Aus den Ausführungen von Johannes Dietsch

Mitglied des Vorstands der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihnen nun weitere Details zum Finanzbericht des Bayer-Konzerns erläutern. Beginnen wir mit einem Blick auf die Geschäftsentwicklung im 4. Quartal.


(2016-1501-1)

Im 4. Quartal 2015 zeigte Bayer ein währungs- und portfoliobereinigtes Umsatzwachstum in Höhe von 2,4 Prozent. Der Umsatz profitierte von positiven Währungseffekten und erhöhte sich nominal um 4,9 Prozent auf rund 11,3 Milliarden Euro.

HealthCare verbesserte sich insbesondere aufgrund der erfreulichen Entwicklung unserer neueren Pharma-Produkte währungs- und portfoliobereinigt um 8,5 Prozent. Der Umsatz bei HealthCare erreichte somit ein Niveau von 5,8 Milliarden Euro. CropScience konnte den Umsatz aufgrund von Mengensteigerungen währungs- und portfoliobereinigt um 5,3 Prozent auf über 2,4 Milliarden Euro erhöhen. Der Umsatz von Covestro sank dagegen währungs- und portfoliobereinigt um knapp 11 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Dies ist auf deutlich gesunkene Absatzpreise zurückzuführen. Die Absatzmengen hingegen konnte Covestro leicht ausweiten.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich im 4. Quartal um 4,0 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, vor allem aufgrund der guten Geschäftsentwicklung bei HealthCare. Positive Währungseffekte trugen mit 200 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Ergebnismindernd wirkten höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie für Marketing und Vertrieb.

Bei HealthCare stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Maßgeblich für diesen Ergebniszuwachs war die erfreuliche Umsatzentwicklung bei Pharma und Consumer Health. Positiv wirkten sich dabei die Entwicklung der neueren Pharma-Produkte und bei Consumer Care der Ergebnisbeitrag aus den erworbenen Geschäften aus. Bei CropScience sank das EBITDA vor Sondereinflüssen um 9,5 Prozent auf 334 Millionen Euro. Covestro konnte das EBITDA vor Sondereinflüssen um 18,4 Prozent auf 257 Millionen Euro steigern.

An dieser Stelle möchte ich den erfolgreichen Börsengang der Covestro AG erwähnen. Am 6. Oktober 2015 hat die Covestro AG aus einer Kapitalerhöhung 62,5 Millionen neue Aktien emittiert. Der Ausgabepreis lag bei 24 Euro pro Stück. Somit wurde ein Bruttoerlös von 1,5 Milliarden Euro erzielt. Derzeit ist Bayer noch mit 69 Prozent an Covestro beteiligt. Covestro wird weiterhin als vollkonsolidierte Tochtergesellschaft in den Bayer-Konzern-abschluss einbezogen. Jedoch werden im bereinigten Ergebnis je Aktie 31 Prozent des Covestro-Ergebnisses den externen Covestro Aktionären zugeordnet. Dies schmälert somit das bereinigte Ergebnis je Aktie von Bayer.

Im 4. Quartal sank das bereinigte Ergebnis je Aktie für das fortzuführende Geschäft um 8,5 Prozent auf 1,07 Euro. Der Haupttreiber für die Reduktion sind jedoch höhere Ertragssteuern. Im Vorjahr wurde im vierten Quartal ein Steuerertrag verbucht.


(2016-1501-2)

Kommen wir zum Gesamtjahr 2015: Wir freuen uns, dass 2015 ein Rekordjahr für Bayer war. Der Umsatz stieg auf 46,3 Milliarden Euro. Dies entspricht einem währungs- und portfoliobereinigten Anstieg von 2,7 Prozent oder nominal um mehr als 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Daraus resultierte ein deutliches Plus von mehr als 18 Prozent beim EBITDA vor Sondereinflüssen. Dieser Zuwachs wurde durch positive Währungseffekte unterstützt.

Jedoch belasteten Sondereinflüsse in Höhe von 819 Millionen Euro das EBIT. Sie lagen deutlich über dem Vorjahr und resultierten im Wesentlichen aus Aufwendungen für die Konsolidierung von Produktionsstätten in Höhe von 280 Millionen Euro. Des Weiteren entstanden bei HealthCare Kosten für die Integration erworbener Geschäfte von 227 Millionen Euro. Für die Verselbstständigung und den Börsengang von Covestro fielen 2015 Sonderaufwendungen in Höhe von 212 Millionen an. Weitere Aufwendungen entfielen auf Effizienzsteigerungsmaßahmen vor allem bei HealthCare in Höhe von 202 Millionen Euro. CropScience konnte dagegen Sondererträge in Höhe von 222 Millionen verzeichnen. Diese beinhalteten im Wesentlichen Schadenersatz- und Lizenzzahlungen im Zusammenhang mit der Verletzung von Bayer-Rechten am Unkraut-Kontrollsystem Liberty Link. Unter Berücksichtigung dieser Sondereffekte stieg das EBIT des Bayer-Konzerns um 15,8 Prozent auf fast 6,3 Milliarden Euro.

Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass alle drei Teilkonzerne zum nominalen Umsatzanstieg und Ergebniswachstum im Jahr 2015 beitrugen.


(2016-1501-3)

Ich komme nun zum Finanzergebnis. Es verschlechterte sich im Vergleich zu 2014 leicht um 2,4 Prozent auf rund 1 Milliarde Euro. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die höheren Finanzierungskosten im Zusammenhang mit dem erworbenen Consumer-Care-Geschäft von Merck & Co., Inc. zurückzuführen. Der Steueraufwand ist 2015 auf mehr als 1,2 Milliarden Euro angestiegen. Die Steueraufwandsquote betrug somit 23,4 Prozent.

Das Konzernergebnis berücksichtigt auch das Ergebnis nach Steuern aus dem nicht fortzuführenden Geschäft sowie die Anteile anderer Gesellschafter. Für das vergangene Jahr konnten wir ein Konzernergebnis von 4,1 Milliarden Euro ausweisen – somit ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies entspricht einem Ergebnis pro Aktie von 4,97 Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus dem fortzuführenden Geschäft belief sich auf erfreuliche 6,83 Euro im Vergleich zu 5,89 Euro im Vorjahr.


(2016-1501-4)

Jetzt noch einige Worte zur Cashflow-Entwicklung: Unser Brutto-Cashflow im fortzuführenden Geschäft erhöhte sich im Jahr 2015 um 4,4 Prozent auf 7 Milliarden Euro, insbesondere aufgrund des verbesserten operativen Ergebnisses. Damit wurde die definierte Brutto-Cashflow-Hurdle von rund 5,7 Milliarden Euro klar übertroffen. Bayer hat somit im abgelaufenen Geschäftsjahr die Mindestanforderung an Verzinsung und Reproduktion weit übertroffen und – im Sinne des Wertmanagements – Wert geschaffen. Dazu trugen alle Teilkonzerne bei.

Aufgrund einer deutlich verringerten Mittelbindung im Working Capital stieg der Netto-
Cashflow – einschließlich des nicht fortzuführenden Geschäfts – um fast 19 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte erhöhten wir im Jahr 2015 um 6,2 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Dabei haben wir fast die Hälfte des Betrages in Deutschland investiert, zum Beispiel in die Erweiterung der Herstellkapazitäten für neue Faktor-VIII-Produkte in Wuppertal und Leverkusen oder in die Kapazitätserweiterung für die Herbizid-Produktion in Knapsack und Frankfurt. Der sogenannte Free Operating Cashflow, also der Cashflow-Beitrag nach Investitionen, betrug 4,4 Milliarden Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahr.


Die Nettofinanzverschuldung konnten wir im Verlauf des Jahres 2015 von 19,6 Milliarden per Ende 2014 auf 17,4 Milliarden Euro per Ende 2015 verringern. Die Verringerung in Höhe von 2,2 Milliarden Euro gelang im Wesentlichen durch Mittelzuflüsse aus operativer Geschäftstätigkeit und dem Börsengang von Covestro. Mit dem Verkauf des Diabetes-Care-Geschäfts erhielten wir Anfang Januar 2016 eine Zahlung in Höhe von 0,9 Milliarden Euro. Diese Zahlung ist in der dargestellten Nettofinanzverschuldung noch nicht enthalten. Wir haben außerdem Anfang des Jahres eine Anleihe mit einem Nominalvolumen von 500 Millionen Euro getilgt sowie Commercial Paper beziehungsweise Schuldscheine in Höhe von 383 Millionen Euro zurückgezahlt.


(2016-1501-5)

Nachdem Herr Dr. Dekkers Ihnen den Ausblick für den Konzern erläutert hat, möchte ich Ihnen noch einige Informationen zum Ausblick der einzelnen Divisionen vorstellen.

Beim Ausblick der Divisionen gehen wir von den Pro-forma-Zahlen aus, die das vergangene Geschäftsjahr so abbilden, als hätte es unsere neue Organisationsstruktur schon gegeben. Diese Zahlen sehen Sie hier.

Die Division Pharmaceuticals entspricht unserem früheren Pharma-Segment, erweitert um den Bereich Radiology. Consumer Health entspricht der früheren Division Consumer Care. Bei Crop Science und Animal Health ändert sich der Zuschnitt nicht.


(2016-1501-6)

Auf dieser Basis erwarten wir für Pharmaceuticals – trotz der teilweise rückläufigen Preise – einen Umsatz von circa 16 Milliarden Euro. Dies entspricht einem währungs- und portfoliobereinigten Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich. Den Umsatz mit unseren neueren Pharma-Produkten wollen wir auf über 5 Milliarden Euro steigern. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA planen wir im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich zu verbessern.

Im Segment Consumer Health rechnen wir mit einem Umsatz von über 6 Milliarden Euro und einem währungs- und portfoliobereinigten Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim EBITDA vor Sondereinflüssen planen wir ebenfalls eine Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Bei Crop Science erwarten wir einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Dies entspricht einem währungs- und portfoliobereinigten Anstieg im unteren einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA vor Sondereinflüssen planen wir im unteren einstelligen Prozentbereich zu steigern.


(2016-1501-7)

Meine Damen und Herren,

werfen wir nun einen Blick auf die Dividendenentwicklung der Bayer-Aktie über die vergangenen 10 Jahre. Sowohl der Bayer-Vorstand als auch der Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung auch in diesem Jahr eine Erhöhung der Dividende vor – um 25 Cent pro Aktie. Dies entspräche einer Dividende pro Aktie in Höhe von 2,50 Euro.

Bezogen auf das bereinigte Ergebnis je Aktie entspricht der vorgeschlagene Dividendenbetrag für 2015 einer Ausschüttungsquote von 37 Prozent. Dies liegt im Korridor unserer Dividendenpolitik, die eine Auszahlung von 30 bis 40 Prozent des bereinigten Ergebnisses pro Aktie vorsieht. Die Ausschüttungssumme würde erstmals auf über 2 Milliarden Euro steigen.

Wie Sie sehen, waren wir in den vergangenen 10 Jahren in der Lage, die Dividende kontinuierlich zu erhöhen. Wir freuen uns, dass unsere Aktionäre mit einer stetig wachsenden Ausschüttung an der positiven Geschäftsentwicklung von Bayer teilhaben konnten. Mit der für 2015 vorgeschlagenen Dividende erreichen wir das Zweieinhalbfache des Wertes von 2006. Auch das bringt unsere Orientierung am langfristigen Unternehmenserfolg zum Ausdruck.

Vielen Dank!


Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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