Freitag - 29. April 2011
Hauptversammlung 2011
„Bayer hat gute Perspektiven“
Aus den Ausführungen von Dr. Marijn Dekkers, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG
(Es gilt das gesprochene Wort)
Liebe Aktionärinnen, Aktionäre und Aktionärsvertreter,
meine sehr verehrten Damen, meine Herren,
ich begrüße Sie herzlich im Namen des gesamten Vorstands. Ich freue mich, Ihnen heute zum ersten Mal als Vorsitzender des Vorstands unsere Ergebnisse präsentieren zu können.
Bis zum Stabwechsel am 1. Oktober 2010 konnte ich im Vorstand eng und vertrauensvoll mit Werner Wenning zusammenarbeiten. Das war ein guter Start für mich. Und auch die weiteren neuen Mitglieder in unserem Führungskreis haben die Arbeit engagiert aufgenommen. Das gilt für Sandra Peterson an der Spitze von Bayer CropScience ebenso wie für Jörg Reinhardt bei Bayer HealthCare. Und natürlich auch für Werner Baumann, unseren Finanzvorstand in der Holding. Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit Wolfgang Plischke und Richard Pott als den etablierten Kollegen im Vorstand sowie mit Patrick Thomas als CEO von Bayer MaterialScience alle Voraussetzungen für ein starkes Team haben.
Meine Damen und Herren, nach bald anderthalb Jahren im Vorstand kann ich persönlich sagen: Bayer ist ein tolles Unternehmen. Unsere Mission bringt es auf den Punkt – „Bayer: Science For A Better Life“.
Das heißt, wir stehen für Innovationen zum Wohle vieler Menschen. Und diese werden auch benötigt. Denn die Weltbevölkerung wird bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf über neun Milliarden Menschen anwachsen. Und die Lebenserwartung steigt.
Der Bedarf an Gesundheitsleistungen wird also deutlich zunehmen. Diesen Trend adressieren wir mit unserem HealthCare-Geschäft.
Auch die gesunde Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung muss sichergestellt werden – wobei die Anbauflächen limitiert sind. Hier bietet unser CropScience-Geschäft Lösungen für einen Anstieg der Produktivität in der Landwirtschaft.
Der Umgang mit Energie und Ressourcen muss effizienter werden – nicht zuletzt bei einem zunehmenden Lebensstandard in den Schwellenländern. Unser MaterialScience-Geschäft leistet hier mit hochwertigen Materialien zahlreiche Beiträge.
Auch wir als Unternehmen brauchen Innovationen und ihre erfolgreiche Vermarktung. Das ist unsere Lebensader und sichert unseren langfristigen Erfolg. Ich sehe es daher als meine zentrale Aufgabe an, als Vorsitzender des Vorstands das Innovationspotenzial von Bayer mit allen Kräften zu fördern.
Darum werden wir unsere vorhandenen Stärken noch weiter ausbauen:
- die starken Produkte und unsere innovative Produktpipeline,
- unsere globale Ausrichtung und die gute Position in den Wachstumsmärkten,
- das große Engagement unserer Mitarbeiter
- und Bayer als Marke von Weltrang.
Daneben haben wir in den vergangenen Monaten aber auch Dinge identifiziert, die wir noch verbessern können. Dies ist notwendig, weil sich die Rahmenbedingungen für unser Geschäft rapide verändern.
Konkret heißt das:
- Wir wollen Bayer internationaler machen.
- Wir wollen die Verwaltung straffen und schneller werden – zum Beispiel indem wir Entscheidungen häufiger lokal und nicht zentral treffen.
- Und bei der Vermarktung unserer guten und innovativen Produkte wollen wir besser werden.
Unser grundlegendes Ziel ist, Bayer zu einem Innovations-Unternehmen von Weltrang zu machen. An den eben genannten Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten werde ich mich heute bei meinem Bericht orientieren.
Lassen Sie mich jedoch zunächst auf das Geschäftsjahr 2010 eingehen. Bitte beachten Sie dabei, dass ich heute beim Umsatz immer von währungs- und portfoliobereinigten Veränderungen spreche. So erhalten wir ein objektives Bild und können besser vergleichen.
(2011-1505-1)
Für uns war 2010 insgesamt ein gutes Jahr.
Erstens, Sie sehen es an der Säule links: Mit 35,1 Milliarden Euro hatten wir den höchsten Umsatz der Bayer-Geschichte.
Zweitens: Das EBITDA vor Sondereinflüssen steigerten wir um 10 Prozent auf über 7 Milliarden Euro. Aber die bereinigte EBITDA-Marge hat einen halben Prozentpunkt verloren. Dies sehen Sie weiter rechts.
Drittens: Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 15 Prozent auf 4,19 Euro.
Was bedeuten diese Zahlen? Kommen wir zunächst zu den guten Nachrichten: Das Krisenjahr 2009 war auch für uns schwer, vor allem wegen der negativen Auswirkungen auf MaterialScience. Im Vergleich dazu war Bayer 2010 operativ wieder auf Kurs. Wir haben unsere Konzernziele erreicht.
Dafür möchte ich mich bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der ganzen Welt ausdrücklich bedanken. Ich gehe davon aus, dass ich dies auch in Ihrem Namen als Aktionäre tun darf.
Was sind aber die negativen Aspekte? Wie gesehen – unsere Marge ist gesunken, und wir haben 2010 nicht so profitabel gearbeitet wie 2009, obwohl 2009 ein Krisenjahr war. Hier sehen wir einen negativen Trend. Um auch in Zukunft ausreichende Mittel für Investitionen in unser Wachstum zu haben, müssen wir dies verbessern.
Das Jahr 2010 war dabei von Faktoren geprägt, die so nicht vorherzusehen waren. Diese sehen Sie rechts auf dem Bild. Sehr positiv ist, dass MaterialScience besser und schneller aus der Krise gekommen ist als erwartet. Negativ ist hingegen, dass HealthCare und CropScience hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Positiv waren wiederum Währungseffekte, von denen unser EBITDA vor Sondereinflüssen mit gut 400 Millionen Euro profitiert hat.
Meine Damen und Herren, betrachten wir einige weitere Kennzahlen für das abgelaufene Jahr. Das Konzernergebnis ging um 4,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück. Denn wir mussten hohe Ergebnisbelastungen durch Sonderaufwendungen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro verkraften. Im Wesentlichen beruhten diese auf außerplanmäßigen Abwertungen und Rechtsfällen.
(2011-1505-2)
Den Abwertungen liegt vor allem die außerplanmäßige Abschreibung des Markennamens Schering zu Grunde. Daneben haben wir die Buchwerte diverser Entwicklungsprojekte und Produkte im Pharmabereich wertberichtigt.
Die Aufwendungen für Rechtsfälle betreffen einerseits vor allem Verfahren in den USA im Zusammenhang mit gentechnisch verändertem Reis, dem sogenannten LL RICE. Hier sind bereits Entscheidungen ergangen oder Vergleiche geschlossen worden, die zu entsprechenden Belastungen geführt haben.
Für die noch anhängigen Verfahren wurde bilanzielle Vorsorge für Rechts- und Verteidigungskosten sowie ein angestrebtes Vergleichsprogramm ergriffen. Soweit Vergleiche über angemessenen Schadenersatz nicht möglich sind, werden wir uns weiter energisch verteidigen.
Andererseits beziehen sich die Belastungen auf Klagen in den USA wegen behaupteter Gesundheitsschäden durch unsere Produkte Yasmin™ und YAZ™ sowie bestimmte generische Versionen dieser Produkte.
Wir sind überzeugt, gute Argumente zur Verteidigung gegen die erhobenen Ansprüche zu haben, und beabsichtigen, uns entschlossen zur Wehr zu setzen. Für erwartete Verteidigungskosten wurde bilanzielle Vorsorge getroffen.
Sehr erfreulich ist hingegen, dass wir die Netto-Finanzverschuldung um 1,8 Milliarden Euro auf 7,9 Milliarden Euro senken konnten. In diesem Zusammenhang freut es uns auch, dass die Ratingagentur Standard & Poor’s vergangene Woche unsere gute Bonitätsbewertung bestätigt hat. Und der Ausblick für Bayer wurde von „negativ“ auf „stabil“ angehoben.
Basis für diese gute Entwicklung war unter anderem unser gutes Working-Capital-Management im Jahr 2010. Mit den freien Mitteln konnten wir die Schulden zurückführen. Das ist sehr wichtig für unseren finanziellen Spielraum im Hinblick auf externes Wachstum in Form von Akquisitionen und Partnerschaften.
Meine Damen und Herren, ebenso wichtig ist unsere Innovationskraft – diese habe ich heute bereits als die große Stärke von Bayer erwähnt. Wir haben daher unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Jahr 2010 um 11 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 3,1 Milliarden Euro erhöht.
Soweit zum Konzern. Mit den nächsten drei Grafiken möchte ich kurz auf unsere Teilkonzerne eingehen. Ich beschränke mich hierbei auf einige Kernaussagen.
(2011-1505-3)
Kommen wir zunächst zu HealthCare. Links sehen Sie: Der Umsatz stieg 2010 leicht auf 16,9 Milliarden Euro. Dies beruhte vor allem auf der positiven Entwicklung im Segment Consumer Health. Bei Pharma wuchs der Umsatz hingegen nur um 0,9 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank insgesamt auf 4,4 Milliarden Euro. Und die bereinigte EBITDA-Marge – rechts auf dem Bild – ging deutlich auf 26 Prozent zurück.
Welche Faktoren sind für HealthCare prägend? Eine Stärke ist zunächst unsere gute Pipeline. Das heißt, wir haben neue Produkte, die weit entwickelt sind und in den nächsten Jahren auf den Markt kommen sollen. Es gibt viele Beispiele, auf einige werde ich sogleich noch eingehen. Positiv ist zudem unsere gute Stellung in den sogenannten Schwellenländern, vor allem in Lateinamerika und Asien. Hier konnten wir bei HealthCare erneut stark wachsen.
Ein negativer Faktor ist hingegen die starke Generikakonkurrenz für einige unserer Produkte. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Bei unseren Verhütungsmitteln aus der YAZ™-Familie verzeichneten wir 2010 deswegen insgesamt einen Umsatzrückgang von rund 18 Prozent, das entspricht fast 170 Millionen Euro. Das ist signifikant, denn YAZ™ war noch 2009 unser wichtigster Umsatzträger bei Pharma.
Eine weitere Belastung sind die Gesundheitsreformen. Viele Länder führen Preissenkungen oder Zwangsrabatte für Medikamente ein, zum Beispiel Deutschland in Höhe von 16 Prozent. Das bedeutet: Jedes Mal, wenn wir ein Produkt für zehn Euro verkaufen, erhalten wir tatsächlich nur acht Euro und 40 Cent. Ähnliche Maßnahmen in vielen Ländern belasteten unser Ergebnis insgesamt mit ca. 160 Millionen Euro.
(2011-1505-4)
Kommen wir zu unserem Teilkonzern CropScience. Hier war der Verlauf im Jahr 2010 enttäuschend. Der Umsatz sank auf 6,8 Milliarden Euro. Das Segment Environmental Science / BioScience steigerte sich zwar erfreulich um 15,6 Prozent. Aber der Umsatz im größeren Segment Crop Protection ging auf 5,5 Milliarden Euro zurück. Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank daher insgesamt sehr deutlich um 14,3 Prozent. Und die bereinigte EBITDA-Marge ging um über 4 Prozentpunkte zurück, wie Sie ganz rechts sehen.
Was sind hier die prägenden Faktoren? Positiv ist die gute Entwicklungspipeline im Segment Crop Protection – also beim chemischen Pflanzenschutz. Besonders erfreulich war auch der Zuwachs von 27 Prozent im Bereich BioScience, also unserem Geschäft mit Saatgut und Pflanzeneigenschaften. Das ist wichtig, weil diese Technologien auch im Markt immer bedeutender werden.
Was waren die negativen Faktoren? Zunächst: Crop Protection kämpfte 2010 mit einem rückläufigen Markt. Starke Generikakonkurrenz führte vor allem bei Herbiziden zu einem signifikanten Preisverfall. Hinzu kam schlechte Witterung in fast allen Regionen. Unsere Kunden – die Landwirte – verdienten darum weniger und konnten auch weniger für unsere Produkte ausgeben.
(2011-1505-5)
Kommen wir zu einem erfreulichen Thema. Dieses Bild zeigt das tolle Comeback von MaterialScience. Der Umsatz stieg gegenüber dem Krisenjahr 2009 unerwartet stark auf 10,2 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen war dreimal so groß wie im Jahr davor. Und die bereinigte EBITDA-Marge legte deutlich um 7,5 Prozentpunkte zu.
Also alles in allem sehr schöne Zahlen. Grund ist in erster Linie die gestiegene Nachfrage in der Automobil- und Elektronikindustrie sowie der Bauindustrie in Asien. Bei der Menge haben wir das Vorkrisenniveau von 2008 wieder erreicht. Hoffentlich auch bald bei den Preisen.
Die vergangenen drei Jahre haben eines noch einmal sehr deutlich gemacht: Unser Geschäft bei MaterialScience ist besonders konjunkturabhängig. Aber weil wir auch in der Krise weiter Kapazität aufgebaut haben, können wir jetzt schneller als viele andere vom Aufschwung profitieren. Ein wichtiger Faktor sind dabei die konstruktiven Absprachen mit unseren Partnern auf der Arbeitnehmerseite. Durch flexible Lösungen bei Arbeitszeit und Lohn konnten wir Mitarbeiter halten und sind schnell aus der Krise gekommen.
(2011-1505-6)
Kommen wir nun zur Aktie. Dieses Bild zeigt die Entwicklung unserer Aktie 2010 und auch seit 2006, inklusive der Dividende. Links sehen Sie: 2010 gewann der DAX 16 Prozent. Hier konnte unsere Aktie mit plus 2 Prozent leider nicht mithalten.
Aber aus der Tabelle rechts wird die langfristige Stärke der Bayer-Aktie deutlich. Denn betrachtet man die vergangenen fünf Jahre seit 2006, so lagen wir gleichauf mit dem EURO STOXX Chemicals und über den anderen Indizes. Und inklusive Dividende sehen wir eine gute jährliche Rendite von 12,4 Prozent.
(2011-1505-7)
Meine Damen und Herren, so viel zum Geschäftsverlauf im Jahr 2010. Ich komme nun zur Dividende.
- Der Hauptversammlung – also Ihnen – schlagen wir eine Anhebung der Dividende auf 1,50 Euro pro Aktie vor.
- Das ist eine erneute Steigerung um 10 Eurocent gegenüber dem Jahr 2009.
Damit wollen wir Sie, also unsere Aktionäre, angemessen am verbesserten operativen Erfolg des Konzerns im Jahr 2010 beteiligen. Es ist ein Signal, dass wir optimistisch für die Zukunft sind.
So viel zum abgelaufenen Jahr. Richten wir nun den Blick auf das erste Quartal 2011. Wir hatten einen guten Start in das laufende Jahr. Der Konzernumsatz betrug 9,4 Milliarden Euro – das entspricht einem kräftigen Plus von 10 Prozent. Das EBIT – also das operative Ergebnis – stieg dabei lediglich um 4 % auf 1,1 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen konnten wir hingegen um 22 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro steigern.
(2011-1505-8)
Hintergrund ist, dass wir erneut erhebliche Sondereinflüsse in Höhe von 442 Millionen Euro zu verkraften hatten. Vor allem Rückstellungen über insgesamt 248 Millionen Euro für die angekündigten Restrukturierungen bei CropScience und HealthCare. Daneben 194 Millionen Euro für die laufenden Verfahren wegen LL RICE. Wir hoffen, damit nun einen Großteil dieses Themenkomplexes verarbeitet zu haben.
Das Konzernergebnis steigerten wir um 8 Prozent auf 684 Millionen Euro und das bereinigte Ergebnis je Aktie um 28 Prozent auf 1,45 Euro.
Die Verbesserungen beruhen insbesondere auf dem guten Saisonstart bei CropScience, wo wir deutliche Mengensteigerungen sehen. Das HealthCare-Geschäft verlief im ersten Quartal solide, wobei sich vor allem das Consumer-Health-Geschäft positiv entwickelte und wir von Währungseffekten profitiert haben. MaterialScience schließlich setzte auch im ersten Quartal den positiven Trend fort, obwohl sich Rohstoff- und Energiepreise erhöhten.
In allen drei Teilkonzernen sehen wir also Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis. Aber man muss dies auch etwas relativieren. Denn wir sollten nicht vergessen, dass dies im Vergleich zum ersten Quartal 2010 gilt. Und das war insgesamt eher schwach und bei MaterialScience noch von den Auswirkungen der Krise geprägt.
Was bedeutet das für unseren Ausblick? Die Umsatz- und Ergebnisprognose des Konzerns für 2011 heben wir an. Grund ist in erster Linie, dass wir bei CropScience einen besseren Geschäftsverlauf erwarten. Wir rechnen nun mit einem Umsatzanstieg von 5 bis 7 Prozent – statt wie bisher 4 bis 6 Prozent. Wir planen, das EBITDA vor Sondereinflüssen auf über 7,5 Milliarden Euro zu steigern – nicht mehr nur in Richtung 7,5 Milliarden Euro. Und für das bereinigte Ergebnis je Aktie erwarten wir nunmehr eine Verbesserung um etwa 15 Prozent – statt wie bisher um etwa 10 Prozent.
(2011-1505-9)
Unsere Ziele für 2012 bestätigen wir: Wir gehen – bei einem weiterhin positiven wirtschaftlichen Umfeld – von einem bereinigten Umsatzwachstum von ca. 5 Prozent aus. Und wir planen für 2012 ein EBITDA vor Sondereinflüssen in der Größenordnung von 8 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ergebnis pro Aktie von etwa 5 Euro.
Für Forschung und Entwicklung erwarten wir 2011 Aufwendungen auf dem Rekordniveau des Jahres 2010, das bei 3,1 Milliarden Euro lag. Das ist nicht selbstverständlich. Denn insbesondere in unserem Pharmabereich laufen viele kostenintensive klinische Studien aus. Und bis 2013 wollen wir rund 15 Milliarden Euro in unsere Zukunft investieren, also erhebliche Summen – circa zwei Drittel davon für Forschung und Entwicklung, ein Drittel für Sachanlagen.
Unter anderem damit hängt auch das angekündigte Programm für Einsparungen zusammen. Denn von den Einsparungen von rund 800 Millionen Euro pro Jahr ab 2013 reinvestieren wir 400 Millionen Euro. Zum einen in unsere Innovationskraft. Dazu zählt neben Forschung und Entwicklung auch die Vermarktung unserer neuen Produkte, vor allem bei HealthCare und CropScience. Denn unsere Produkte sind gut – aber sie verkaufen sich nicht von selbst, wie einige glauben. Dass wir insoweit Verbesserungspotenzial sehen, hatte ich eingangs bereits erwähnt. Zum anderen investieren wir in Wachstumsbereiche, etwa in den Schwellenländern – denn dort hat unser aktuelles Produktportfolio das größte Potenzial. Hierauf komme ich sogleich noch im Detail.
Mit den weiteren Einsparungen verbessern wir unsere Ertragskraft. Wie erläutert, müssen wir den negativen Trend bei unserer Marge umkehren. Mit diesem Programm ist in Summe leider der Abbau von Stellen verbunden. Aber die Gespräche mit dem Betriebsrat verlaufen konstruktiv. Wir haben bereits eine Vielzahl von Maßnahmen konkret identifiziert und besprochen. Wichtig ist aber vor allem, dass wir einen verlässlichen Rahmen für sozialverträgliche Anpassungen vereinbart haben. Wir setzen also weiter auf die Tradition eines konstruktiven Dialogs zwischen Unternehmen und Mitarbeitern.
(2011-1505-10)
Dieses Bild zeigt noch einmal im Detail den teilweise angepassten Ausblick für die Teilkonzerne. Ich möchte heute nur kurz die wesentlichen Faktoren erklären, beginnend mit HealthCare: Insgesamt planen wir bei HealthCare für 2011 ein leichtes Plus bei Umsatz und Ergebnis.
- Im Segment Pharma haben wir nach wie vor Herausforderungen, z. B. den Druck durch Generika. Dort werden wir voraussichtlich langsamer als der Wettbewerb wachsen. Dies ändert sich hoffentlich ab 2012, wenn wir neue Produkte auf den Markt bringen wollen. Zum Beispiel Xarelto™ in neuen, chronischen Indikationen wie der Schlaganfall-Prophylaxe.
- Im Segment Consumer Health rechnen wir mit einem Wachstum über dem Markt, vor allem wegen der gestiegenen Nachfrage in den USA.
Für CropScience war 2010 ein sehr schweres Jahr, wie eben erläutert. Für 2011 gehen wir von besseren Bedingungen aus. Das bedeutet:
- Im klassischen Pflanzenschutz wollen wir den negativen Trend stoppen.
- Und bei BioScience – also dem Geschäft mit Saatgut und Pflanzeneigenschaften – wollen wir unsere Stellung ausbauen.
Wir rechnen mit einem bereinigten Umsatzanstieg im oberen einstelligen Prozentbereich. Und das EBITDA vor Sondereinflüssen planen wir, um etwa 20 Prozent zu steigern.
Auch bei MaterialScience sehen wir für 2011 eine weitere Steigerung. Das Tempo aus 2010 – also nach der Krise – werden wir aber wohl nicht halten können. Wir erwarten, die gestiegenen Rohstoffkosten eins zu eins in höheren Preisen weitergeben zu können und planen beim Umsatz einen Anstieg im oberen einstelligen Prozentbereich. Und wir erwarten eine überproportionale Steigerung des EBITDA vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Umsatz.
Meine Damen und Herren, unsere finanziellen Ziele für 2011 und 2012 sind insgesamt ambitioniert. Denn gleichzeitig werden wir weiter in unsere Innovationen und den Ausbau in den Schwellenländern investieren.
Das nächste Bild verdeutlicht: Genau hierauf wollen wir uns konzentrieren, um unsere guten Wachstumschancen zu nutzen.
(2011-1505-11)
Das erste große Thema ist: Wir müssen unsere Innovationskraft weiter stärken und unsere innovativen Produkte besser vermarkten. Denn wir leben davon, dass wir immer wieder neue Produkte auf den Markt bringen, die unsere Kunden auch brauchen.
Der zweite wichtige Punkt ist: Wir müssen die Wachstumschancen in den Schwellenländern nutzen. Auf diese zwei Punkte werde ich im Folgenden tiefer eingehen.
Kommen wir zunächst zur Innovationskraft. Wie heute schon gesagt: Wir haben eine vielversprechende Produktpipeline. Und in diese werden wir weiter investieren.
(2011-1505-12)
Lassen Sie mich zunächst einige Projekte aus unserer Pharmasparte herausgreifen. allen voran den innovativen Gerinnungshemmer Xarelto™, der für uns ein großer Hoffnungsträger ist. Seit der letzten Hauptversammlung haben wir für Xarelto™ weitere Studien abschließen können, mit einem insgesamt positiven Bild.
Vor allem in chronischen Indikationen – in denen das Marktpotenzial von Xarelto™ liegt – sind wir gut vorangekommen. So konnten im Januar 2011 weitere Zulassungsanträge gestellt werden. Zum Beispiel in der EU und den USA – und seit Kurzem auch in Japan – zur Schlaganfall-Prävention bei Vorhofflimmern, das sind Herz-Rhythmus-Störungen. Hier besteht ein großer Bedarf. Denn Menschen mit diesem Leiden unterliegen einem fünffach erhöhten Risiko für Schlaganfälle.
Wir trauen Xarelto™ weiterhin einen jährlichen Spitzenumsatz von über zwei Milliarden Euro zu.
Aber Xarelto™ ist auch ein gutes Beispiel für die hohen Investitionen und Risiken, die wir tragen. Die Entwicklung begann vor über zehn Jahren. Nach unseren aktuellen Prognosen werden wir – gemeinsam mit unserem Partner Johnson & Johnson – am Ende über zwei Milliarden Euro für die Entwicklung dieses Projekts ausgegeben haben. Xarelto™ – dieses eine Produkt ist also ein sehr wichtiger Faktor für unseren zukünftigen Erfolg. Wir widmen daher der Markteinführung und Vermarktung von Xarelto™ unsere volle Aufmerksamkeit.
Wie Sie auf dem Bild sehen, haben wir aber noch weitere Kandidaten in unserer Pharma-pipeline. Eingehen möchte ich hier auf VEGF Trap-Eye. Dabei geht es – neben anderen Indikationen – um die Behandlung der altersbedingten feuchten Makula-Degeneration. Das ist eine Erkrankung der Blutgefäße hinter der Netzhaut. In Europa und den USA ist sie eine der häufigsten Ursachen für den Sehverlust für Menschen über 65. Hier haben wir kürzlich positive Ergebnisse bei zwei Phase-III-Studien erzielt. Auf dieser Basis hat unser Partner Regeneron in den USA bereits die Zulassung beantragt, und wir planen dies in Europa noch im 1. Halbjahr 2011.
(2011-1505-13)
Auch bei CropScience sind wir auf Innovationskurs. Im Bereich Crop Protection – also dem traditionellen Pflanzenschutz – haben wir nach Meinung von Experten eine der besten Pipelines in der Industrie. Den sechs neuen Substanzen, die wir bis 2012 auf den Markt bringen wollen, trauen wir insgesamt einen Spitzenumsatz von über 1 Milliarde Euro jährlich zu.
Und auch im Bereich BioScience wollen wir unsere Aktivitäten stark ausweiten. Dabei kommt das gesamte Spektrum moderner Methoden zum Tragen, auch die Grüne Gentechnik. BioScience konnte 2010 ein gutes Wachstum zeigen: plus 27 Prozent. Dies ist wichtig, denn hier werden wir in der Zukunft eine sehr dynamische Marktentwicklung sehen, von der auch wir erheblich profitieren wollen.
Wir müssen daher auch über intelligente Möglichkeiten für unser Wachstum nachdenken. So wurde mit dem israelischen Unternehmen Evogene eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Markteinführung verbesserter Weizensorten vereinbart. Ein interessantes Beispiel ist auch unsere Kooperation mit BASF bei Saatgut für Hybridreis.
Insgesamt wollen wir die Bereiche Crop Protection und BioScience stärker verzahnen, vor allem bei Forschung und Entwicklung und bei der Vermarktung. Denn gerade unser kombiniertes Know-how aus den Bereichen Pflanzenschutz und BioScience bietet ein gutes Innovationspotenzial. Und die Landwirte – unsere Kunden – verlangen immer häufiger nach einer Kombination aus den verschiedenen Technologien.
Auch unser Teilkonzern MaterialScience zeichnet sich durch Innovationen aus. Der Schwerpunkt bei MaterialScience liegt dabei in der anwendungsnahen Entwicklung – also nicht in der Erforschung neuer Moleküle und deren Wirkung wie etwa bei HealthCare und CropScience. Wir prüfen vorhandene Kunststoffe immer wieder darauf, für welche Anwendungen sie geeignet sind und wie man sie optimieren kann.
(2011-1505-14)
Für MaterialScience ist es daher besonders wichtig, Entwicklungsprojekte gemeinsam – und vor Ort – mit den Kunden zu gestalten. Viele gute Beispiele sehen Sie auf diesem Bild. Ich will nur eines kurz herausgreifen.
Unser Produkt Bayseal™ ermöglicht eine nahtlose Isolierung – das ist vergleichbar mit einem Schutzanzug für ein Gebäude. Es wird so beständiger gegen Feuchtigkeit. Und die Energieeffizienz wird verbessert. Dies ist nur ein Beispiel für Produkte und Lösungen von MaterialScience für mehr Ressourceneffizienz.
So weit einige Highlights zu innovativen Produkten. Daneben müssen wir in allen Teilkonzernen vor allem unsere Kompetenzen bei der Vermarktung neuer Produkte steigern. Auch das gehört für mich zu Innovation. Konkret planen wir für 2011 die Erhöhung der Ausgaben für Vermarktung bei Pharma um 130 Millionen Euro und um 50 Millionen bei CropScience.
Ich erwähnte es schon: Der zweite zentrale Punkt für unser Wachstum sind die Schwellenländer. Immer mehr Menschen ziehen zum Beispiel in Asien vom Land in die Stadt – und der Lebensstandard steigt. Das bedeutet Nachfrage nach einer besseren Gesundheitsversorgung, nach einer besseren Ernährung und nach Ressourceneffizienz.
Nehmen wir China: Man rechnet damit, dass bis zum Jahr 2030 die Städte in China um weitere 350 Millionen Menschen anwachsen. Auf Deutschland bezogen wäre das so, als ob man in den nächsten 20 Jahren 100 neue Städte so groß wie Berlin bauen würde. In China entstehen also laufend viele sehr große Städte, in denen wir heute noch nicht präsent sind. Wir müssen darum schon heute vor Ort – nah bei den Kunden – in Mitarbeiter, in Entwicklungseinrichtungen sowie Produktionsanlagen investieren.
Diese Zahlen machen es noch einmal ganz deutlich: Unser Umsatz in den Schwellen-ländern ist im vergangenen Jahr um 18 Prozent gewachsen – und steht nun für gut ein Drittel des Konzernumsatzes. Die etablierten Regionen wuchsen dagegen nur um circa 3 Prozent. Ganz besonders hebt sich die Region Asien ab, wie Sie rechts auf dem Bild sehen. Unser Zuwachs betrug hier sogar 28 Prozent.
(2011-1505-15)
Die Schwellenländer sind also für Bayer ein unverzichtbarer Wachstumstreiber. Darum werden wir unsere heute schon gute Position in diesen Märkten weiter ausbauen. Wir werden 2011 rund 100 Millionen Euro für den Ausbau des Pharmageschäfts in China investieren, inklusive eines Aufbaus von ca. 1.000 Mitarbeitern. Für Anlagen von MaterialScience planen wir 2011 rund 140 Millionen Euro und im Jahr 2012 rund 220 Millionen Euro als Teil des angekündigten China-Programms über insgesamt 1 Milliarde Euro in den nächsten fünf Jahren.
Und wir planen, unseren Umsatz in den BRIC-Staaten – also Brasilien, Russland, Indien und China – bis zum Jahr 2015 von derzeit 5,5 Milliarden Euro auf 10 Milliarden Euro fast zu verdoppeln.
Ich erwähnte eingangs unsere Mitarbeiter als eine große Stärke von Bayer. Wichtig dabei ist: Sie sollen von unseren Erfolgen profitieren. So sind für 2010 im Rahmen unseres konzernweiten Bonus-Programms über eine halbe Milliarde Euro vorgesehen.
Auch die Tarifparteien konnten einen guten Kompromiss für die kommenden 14 Monate finden:
- Die Beschäftigten der chemischen Industrie in Deutschland erhalten 4,1 Prozent mehr Geld.
- Wir haben uns dazu entschlossen, unseren Beschäftigten diese Erhöhung vorzeitig zu zahlen.
Daneben haben wir uns vor allem Ziele für eine gezielte Personalentwicklung gesteckt. Das umfasst die Stärkung des Performance-Management-Prozesses, also den offenen Austausch über Leistung und Entwicklungschancen. So können unsere Mitarbeiter – und damit wir als Unternehmen – besser werden.
Zudem wollen wir eine neue Strategie zur Talententwicklung definieren und implementieren. Denn Talente sind für mich ein wichtiger Faktor, um in Zukunft als Unternehmen erfolgreich zu sein.
Fördern wollen wir auch die sogenannte „Diversity“, also die Vielfalt im Unternehmen. So wollen wir den Anteil von Frauen in Führungspositionen bis 2015 konzernweit in Richtung 30 Prozent entwickeln. Mit Führungspositionen meinen wir unsere obersten fünf Vertragsstufen. Aktuell liegt dort der Frauenanteil bei knapp über 20 Prozent.
Die diskutierte gesetzliche Quote halten wir hingegen nicht für zielführend. Im Einzelfall müssen immer Qualifikation sowie Erfahrung und Talent entscheiden. Diversity beschränkt sich aber nicht nur auf die ausgewogene Geschlechterverteilung. Sie erstreckt sich auch auf internationale Vielfalt.
Dass wir noch internationaler werden können, hatte ich zu Beginn meiner Rede bereits angesprochen. Wir müssen unseren Mitarbeitern in den Ländern also mehr Chancen geben, sich zu entwickeln. Denn immerhin arbeiten rund zwei Drittel unserer Mitarbeiter außerhalb von Deutschland.
Damit verbunden ist auch die weltweite Einführung der neuen Werte für den Konzern unter dem Begriff „LIFE“. Sie sind angelehnt an unser Leitbild „Bayer: Science For A Better Life“. „Science“ steht für unsere Kompetenz bei Innovationen – also für Bayer als Erfinder-Unternehmen. Und „Life“ ist die Umschreibung dafür, wie wir mit allen Interessengruppen umgehen wollen.
(2011-1505-16)
Wir hatten schon in der Vergangenheit gute und richtige Werte bei Bayer. Aber sie waren zu kompliziert. Entscheidend ist: Als ein global aufgestelltes Unternehmen brauchen wir einfache und globale Werte. Die neuen LIFE-Werte sind Fixpunkte für ein gemeinsames Verständnis davon, wofür Bayer steht, wie wir arbeiten und wie wir miteinander umgehen.
LIFE, das steht für Leadership (also Führung), für Integrität, Flexibilität und Effizienz. Unter diesen Stichworten werden wir weitere wichtige Themen für den Konzern vorantreiben.
Ein gutes Beispiel für Führung ist unsere neue Markenstrategie. Ich erwähnte bereits, dass wir mit dem Namen Bayer und dem Bayer-Kreuz eine Marke von Weltrang haben. Diese Stärke wollen wir besser nutzen, und wir werden jede Ablenkung von der starken Dachmarke und den guten Produktmarken vermeiden.
Lassen Sie mich auch den Punkt Integrität herausgreifen. Darunter fassen wir zum Beispiel Compliance und Nachhaltigkeit. Hier sind wir bei Bayer schon gut aufgestellt und wollen weiter voranschreiten.
Mit unseren Produkten tragen wir zu Lösungen für globale Herausforderungen bei – nicht zuletzt mit innovativen Materialien und Verfahren zur Ressourceneffizienz. Ein gutes Beispiel ist die geplante neue TDI-Anlage von MaterialScience in Dormagen für 150 Millionen Euro. Die dort eingesetzte neue Verfahrenstechnik realisiert Einsparungen von bis zu 60 Prozent bei Energie und bis zu 80 Prozent bei Lösungsmitteln. Das sind wichtige Beiträge für den Umweltschutz. Und damit für die gesellschaftliche Akzeptanz.
Dem Thema Nachhaltigkeit widmet sich Bayer schon seit Jahren mit Nachdruck. Unabhängige Stellen bestätigen uns dies. Wir sind weiter in den wichtigen Nachhaltigkeits-Indizes „FTSE4Good“ und „ASPI“ vertreten. Diese bieten Orientierung für Anleger, die ihr Investment auch nach gesellschaftlichen und ökologischen Kriterien ausrichten.
Effizienz ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der LIFE-Werte. Die „Reduktion der Komplexität“ haben wir daher zu einer Schlüsselinitiative im Konzern gemacht. Denn wir müssen uns auf die Aktivitäten konzentrieren, die für uns Wert schaffen.
Zwei Beispiele möchte ich kurz nennen:
- Wir müssen in der Verwaltung Dinge vereinfachen.
- Und wir werden Entscheidungsprozesse beschleunigen.
Das sind für mich wichtige Schritte zu „Mehr Innovation – weniger Administration“.
Meine Damen und Herren, die LIFE-Werte bringen also zum Ausdruck, wie wir unser Geschäft betreiben und wie wir uns als Teil der Gesellschaft verhalten wollen.
Lassen Sie mich an dieser Stelle auch einige Worte zu unserer Branche insgesamt sagen. Ich freue mich sehr darüber, dass die Vereinten Nationen 2011 das Internationale Jahr der Chemie ausgerufen haben. Denn es gibt eine schlichte, auf Fakten basierende Wahrheit: Viele globale Herausforderungen der Menschheit sind ohne Lösungen der Chemie nicht zu bewältigen.
Nehmen Sie unser Unternehmen Bayer. Ob wichtige Medikamente für noch nicht heilbare Krankheiten, ob ausreichende Ernährung für die wachsende Weltbevölkerung oder Materialien, die zur Energieeffizienz beitragen: Heute brauchen wir das kreative Potenzial der Chemie mehr denn je.
Frau Bundeskanzlerin Merkel hat bei der Auftaktveranstaltung zum Internationalen Jahr der Chemie gesagt – ich zitiere: „Chemie braucht Zukunft und Chemie hat Zukunft“. Ich würde das gerne ergänzen um den Satz: „Und nur mit Chemie haben wir eine Zukunft!“
Aber als Unternehmen und als Branche brauchen wir dringend die Unterstützung der Politik – in Form verlässlicher Rahmenbedingungen für die großen Investitionen in Innovationen sowie industrielle Anlagen. Hierzu zählt im Übrigen auch eine sichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen. Und wir brauchen eine breite gesellschaftliche Akzeptanz für neue Technologien.
Was die Akzeptanz angeht, kann es jedoch die Politik alleine nicht richten. Wir als Industrie müssen stärker auf die Sorgen der Menschen eingehen und besser erklären, was wir tun. Auch das ist ein Teil von LIFE.
Ich halte es für bedenklich, dass unsere Gesellschaft Risiken am liebsten komplett ausschließen will und deshalb auf Chancen verzichtet. Wir wollen und brauchen weiteren Fortschritt! Es gibt noch so viel zu tun, gerade in der Medizin, in der Ernährung und in der Energieeffizienz.
Meine Damen und Herren, ich fasse zusammen:
- Erstens: 2010 lagen wir operativ auf Kurs.
- Zweitens: In das laufende Jahr sind wir erfolgreich gestartet und wir erwarten eine weitere Verbesserung unserer Kennzahlen.
- Drittens: Dank unserer starken Produktpipeline sind wir auch für die weitere
Zukunft optimistisch.
Dies zeigt sich auch an unserer Absicht, zwischen 2011 und 2013 rund 15 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung sowie in Sachanlagen zu investieren.
Sie sehen: Bayer hat gute Perspektiven.
Vielen Dank!
Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
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