Freitag - 5. September 2014

Selbstmedikation bei Vaginalmykosen:

20 Jahre für einen Tag

Der Wirkstoff Clotrimazol in Canesten® Gyn ermöglicht eine rasche und effektive Therapie
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Mit der Entwicklung der Azole kam der Durchbruch für die Therapie der Vulvovaginalmykose. Clotrimazol war das erste klinisch anwendbare Imidazol. (kristallographische Darstellung)

Leverkusen, 5. September 2014 – Drei von vier Frauen kennen das Problem, aber keine spricht gerne darüber: Scheidenpilz. Selbst unter den besten Freundinnen ist die Vaginalmykose ein Tabuthema. Seit 20 Jahren können Frauen die Infektion eigenverantwortlich und mit der gewünschten Diskretion zuverlässig behandeln. Denn seit 1994 ist Canesten® Gyn mit dem Wirkstoff Clotrimazol rezeptfrei erhältlich.

Dr. Norbert-Heinz Becker, Manager Scientific Affairs bei Bayer HealthCare Deutschland, erklärt: „Frauen, die Erfahrungen mit der vaginalen Pilzinfektion haben, sind selbst die besten Diagnostiker. Sie kennen die typischen Symptome und können sich zum Beispiel mit der Ein-Tages-Therapie schnell Linderung verschaffen.“ Die Selbstmedikation ist ein großer Fortschritt für die Patientinnen. Sie müssen in der Regel nicht erst den Frauenarzt aufsuchen, bevor sie mit der Therapie beginnen können.

Die Vaginalmykose kann jede Frau treffen und ist keineswegs die Folge der modernen Lebensweise. Bereits in der Antike quälte Frauen das lästige Leiden. Während damals noch viele auf die Wirksamkeit pflanzlicher Substanzen wie zum Beispiel Knoblauch, Thymian oder Nachtschattengewächse vertrauten, bietet die Apotheke heute erprobte Antimykotika zur Selbstbehandlung an. Doch der Fortschritt ließ lange auf sich warten. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts behandelten Ärzte den Scheidenpilz mit metallischen Verbindungen wie Quecksilber oder Farbstofflösungen. Erst der Einsatz von Polyenen ermöglichte ab 1960 eine gezielte Therapie. Viele der antimykotisch wirksamen Substanzen(1) waren jedoch medizinisch nicht einsetzbar, da sie schlecht löslich, instabil oder zu toxisch waren. Eine Ausnahme bildete Nystatin. Das gut verträgliche Polyen verfügte über eine gute klinische Wirksamkeit, erforderte aber eine lange Behandlungszeit von mindestens 14 Tagen.

Der Durchbruch kam mit den Azolen und der Entwicklung des Wirkstoffs Clotrimazol. Im Jahr 1967 meldeten die Bayer-Forscher Dr. Manfred Plempel und Dr. Karl-Heinz Büchel die Substanz als Patent an. Es war der entscheidende Schritt für Millionen Frauen, sich einfach, schnell und hoch wirksam zu behandeln. Clotrimazol kam 1973 unter dem Namen Canesten® als rezeptpflichtiges Arzneimittel auf den Markt. Das Antimykotikum zeichnete sich durch hohe Heilungsquoten aus und besaß für die damaligen Verhältnisse eine kurze Therapiezeit von nur sechs Tagen. Im Laufe der Jahre konnten Forscher durch Erhöhung der Dosis von 100 auf 200 Milligramm die Behandlungszeit auf drei Tage reduzieren(2).

Die Dauer der Therapie und der schnelle Symptomrückgang spielen für die Patientinnen eine wichtige Rolle. Denn eine Infektion ist mit einem unangenehmen bis schmerzhaften Scheidenjucken verbunden. Schuld ist fast immer ein Hefepilz der Candidagruppe, Candida albicans. Häufig sind junge Frauen betroffen, die über prämenstruellen Juckreiz klagen. Der Fluor erscheint zunächst dünnflüssig, wird jedoch im Verlauf weißlich und bröckelig. Vagina und Introitus vaginae erscheinen gerötet. Die Patientinnen empfinden die Erkrankung als Belastung. Insbesondere bei chronisch rezidivierenden Fällen kann der Leidensdruck sogar zu einer ausgeprägten depressiven Episode führen.

Clotrimazol wird bis heute in vielen Leitlinien und Experten-Empfehlungen als Arzneimittel der Wahl für die topische Therapie akuter Candida-albicans-Vaginalmykose und als Goldstandard für die Beurteilung neuer topischer Azole angesehen. Mit der Einführung der Ein-Tages-Therapie durch Canesten® Gyn Once im Jahr 2008 ist vorläufig der Endpunkt eines langen therapeutischen Entwicklungsweges erreicht. Aufgrund der verbesserten Compliance und des beschleunigten Symptomrückganges etabliert sich die kürzere Therapieform zunehmend. Das hat eine nicht interventionelle Beobachtungsstudie(3) über den Vergleich der Ein- und Drei-Tage-Kombinationstherapie bei fast 1.000 Patientinnen bestätigt. Nach der Behandlung waren 84 Prozent der Teilnehmerinnen vollständig asymptomatisch. Unter der Ein-Tages-Therapie gingen die Symptome dabei schneller zurück. Durch den Milchsäurezusatz in Canesten® Gyn Once wird die Wasserlöslichkeit von Clotrimazol deutlich verbessert. Noch bis zu 72 Stunden später kann nach der einmaligen Applikation eine Konzentration von mehr als 100 mg/l Clotrimazol im Vaginalsekret nachgewiesen werden. Diese fungizide Wirkung ermöglicht den Patientinnen eine rasche und effektive Therapie.

Über Bayer HealthCare Deutschland
Bayer HealthCare Deutschland vertreibt die Produkte der in der Bayer HealthCare AG zusammengeführten Divisionen Animal Health, Consumer Care, Medical Care (Diabetes Care und Radiology & Interventional) und Pharmaceuticals. Das Unternehmen konzentriert sich auf das Ziel, in Deutschland innovative Produkte in Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen zu erforschen und Ärzten, Apothekern und Patienten anzubieten. Die Produkte dienen der Diagnose, der Vorsorge und der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Damit will Bayer HealthCare Deutschland einen nachhaltigen Beitrag leisten, die Gesundheit von Mensch und Tier zu verbessern.


Mehr Informationen zu Canesten® auf www.presse.healthcare.bayer.de
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Ein Interview mit Professor Werner Mendling finden Sie hier: Interview.pdf

Hintergrund-Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Hintergrund.pdf

Ein Factsheet zu diesem Thema finden Sie hier: Factsheet.pdf


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(1) Mendling W. Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpingitis. 2nd ed. Heidelberg: Springer Verlag; 2006.
(2) Mendling W et Janssen K. 3 Tage gegen die Vulvovaginalkandidose. Sexualmedizin 1981;12:471–473.
(3) Tietz HJ et Becker NH. Vergleich der topischen Ein-und Drei-Tage-Kombinationstherapie. Gyne 2011;32(11):12.


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Letzte Änderung: 5. Januar 2016 Copyright © Bayer AG