Donnerstag - 26. Februar 2015

Bilanz-Pressekonferenz

Aus den Ausführungen von Johannes Dietsch

Mitglied des Vorstands der Bayer AG

(Es gilt das gesprochene Wort)


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, heute zum ersten Mal an dieser Stelle zu stehen, um Ihnen Zahlen und Fakten zum Finanzbericht des Bayer-Konzerns zu erläutern. Ich möchte meine Ausführungen mit einem Bericht zur Geschäftsentwicklung im 4. Quartal 2014 beginnen.


(2015-1501-1)

Der positive Geschäftsverlauf für den Bayer-Konzern setzte sich auch im 4. Quartal 2014 fort. Der Umsatz erhöhte sich nominal um 11,6 Prozent und bereinigt um Portfolio- und Währungseffekte um 6,9 Prozent auf rund 11 Milliarden Euro. HealthCare verbesserte sich insbesondere aufgrund des erfreulichen Wachstums der neueren Pharma-Produkte währungs- und portfoliobereinigt um 7,8 Prozent. Der Umsatz bei HealthCare erreichte ein Niveau von 5,6 Milliarden Euro. Bei Consumer Care ist ein Umsatzbeitrag des neu erworbenen Geschäftes von Merck & Co. in Höhe von 289 Millionen Euro enthalten. CropScience profitierte von Mengensteigerungen und erhöhte seinen Umsatz währungs- und portfoliobereinigt um 8,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. MaterialScience erreichte mit 2,9 Milliarden Euro ein währungs- und portfoliobereinigtes Umsatzplus von 5,5 Prozent, das im Wesentlichen mengengetrieben war.


Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 4,4 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro, vor allem aufgrund von Mengensteigerungen in allen Teilkonzernen. Ergebnismindernd wirkten höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie für Marketing und Vertrieb. Bei HealthCare lag das EBITDA vor Sondereinflüssen mit 1,4 Milliarden Euro um 6,7 Prozent über dem Vorjahr. Diese Entwicklung ist vor allem auf ein verbessertes Ergebnis bei Pharma zurückzuführen. CropScience konnte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich steigern. Das EBITDA vor Sondereinflüssen betrug 369 Millionen Euro und lag somit um 15,7 Prozent über Vorjahr. Dagegen erzielte MaterialScience ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 217 Millionen Euro. Dieses lag unter anderem aufgrund höherer Herstellungskosten um 12,5 Prozent unter dem Vorjahresquartal.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich im 4. Quartal um 8,2 Prozent auf 1,19 Euro.


(2015-1501-2)

Kommen wir zum Gesamtjahr 2014: Wir freuen uns, dass wir den Umsatz auf einen neuen Höchstwert von 42,2 Milliarden Euro steigern konnten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen belief sich auf 8,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber 2013 von 4,9 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen enthält außerdem einen negativen Währungseffekt von etwa 410 Millionen Euro beziehungsweise minus 4 Prozent. Hier wirkten sich insbesondere die Schwächung des japanischen Yen und einiger Währungen in Wachstumsmärkten wie des russischen Rubels aus.

Des Weiteren belasteten Sondereinflüsse in Höhe von 438 Millionen Euro das Ergebnis. Sie lagen jedoch deutlich unter Vorjahr. Vor allem bei HealthCare gingen die Sonderaufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen und Verteidigungskosten zurück. Die Sondereinflüsse im EBIT 2014 waren wie im Vorjahr stark durch HealthCare beeinflusst. Sie enthielten Aufwendungen vor allem im Zusam¬menhang mit unseren Akquisitionstätigkeiten im vergangenen Jahr. HealthCare verbuchte Integrationskosten und weitere Aufwendungen im Rahmen von Desinvestitionen. Außerdem belastet eine Vorsorge für Verteidigungskosten im Zusammenhang mit Xarelto™ das Ergebnis. Bei CropScience und MaterialScience ergaben sich lediglich kleinere Sondereffekte. Das EBIT des Bayer-Konzerns stieg um 11,6 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.

Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass alle drei Teilkonzerne zum Umsatz- und Ergebniswachstum im Jahr 2014 beitrugen.


(2015-1501-3)

Ich komme nun zum Finanzergebnis, das sich im Vergleich zu 2013 um 254 Millionen Euro verschlechterte. Wesentliche Treiber waren Währungskursverluste und ein positiver Einmaleffekt im Jahr 2013 durch den Verkauf der Anteile an Onyx Pharmaceuticals.

Die Ertragsteuern lagen mit rund 1,1 Milliarden Euro erwartungsgemäß leicht über Vorjahr. Die Steueraufwandsquote betrug 23,9 Prozent. Erlauben Sie mir in diesem Zusammenhang eine Zwischenbemerkung. Im vergangenen Jahr zahlte Bayer mehr als 40 Prozent seiner weltweit geschuldeten Steuern an den deutschen Staat. Dagegen erzielten wir nur knapp 12 Prozent des weltweiten Umsatzes in Deutschland.

Nach Abzug des Finanzergebnisses und der Ertragsteuern konnten wir ein Konzernergebnis von 3,4 Milliarden Euro ausweisen. Dieses lag 7,4 Prozent über Vorjahr und entsprach einem Ergebnis pro Aktie von 4,14 Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf erfreuliche 6,02 Euro im Vergleich zu 5,61 Euro im Vorjahr.


(2015-1501-4)

Jetzt noch einige Worte zu der Cashflow-Entwicklung: Unser Brutto-Cashflow erhöhte sich im Jahr 2014 um 16,9 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, insbesondere aufgrund des verbesserten operativen Ergebnisses. Damit wurde die definierte Brutto-Cashflow-Hurdle von rund 4,4 Milliarden Euro signifikant übertroffen – gemeint ist damit die Schwelle für den Verdienst von Kapital- und Reproduktionskosten.

Aufgrund unserer gestiegenen Geschäftstätigkeit erhöhte sich die Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen. Eine erhaltene Einmalzahlung aus der sGC-Kooperation mit Merck & Co. im Herzkreislaufbereich in Höhe von 778 Millionen Euro begünstigte wiederum den Cashflow. Somit betrug der Free Operating Cashflow circa 3,4 Milliarden Euro und lag 14 Prozent über dem Vorjahr. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich akquisitionsbedingt im Vergleich zum 31. Dezember 2013 um 12,9 Milliarden auf 19,6 Milliarden Euro.

Das Jahr 2014 war nicht nur operativ erfolgreich und strategisch bedeutsam, es war auch ein besonderes Jahr in Bezug auf Finanzierungsaktivitäten. Wir blicken auf Transaktionen am Finanzmarkt in Höhe von über 22 Milliarden Euro zurück. Davon entfallen 11,8 Milliarden Euro auf Anleihen und 10,3 Milliarden Euro auf eine Brückenfinanzierung beziehungsweise auf Darlehen.


(2015-1501-5)

Die Finanzierung der Akquisition des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co. war die erste große Finanzierung für einen Unternehmenskauf in Deutschland nach Ausbruch der Finanzkrise. Anfang Mai letzten Jahres wurde zeitgleich mit dem Kaufvertrag mit Merck ein Kreditvertrag über 14,2 Milliarden US-Dollar unterzeichnet. Der Kredit bestand aus einer Brückenfinanzierung und einem separaten Term Loan in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar. Die Brückenfinanzierung wurde in der Zwischenzeit durch Kapitalmarkttrans-aktionen vollständig abgelöst. Die Ausfinanzierung setzt sich aus drei Elementen zusammen.
So haben wir im Juni 2014 zwei Hybrid-Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,25 Milliarden Euro platziert. Es war die bis dahin größte reine Hybrid-Begebung eines Unternehmens in Euro.

Im Oktober emittierten wir außerdem US-Dollar-Anleihen mit einem Volumen von insgesamt 7 Milliarden US-Dollar in Form von sogenannten 144a-Anleihen. Dies war die größte Kapitalmarkttransaktion in der Geschichte von Bayer. Weiterhin war es die bis dahin größte Transaktion dieser Art eines deutschen Unternehmens.

Und schließlich wurde im November eine EMTN-Anleihe über 500 Millionen Euro begeben. Sie rundet mit einer Laufzeit von 9 Jahren und einem Kupon von 1,25 Prozent unser Fälligkeitsprofil ab.

Meine Damen und Herren,

ein Gelingen derartig großvolumiger Platzierungen ist nicht selbstverständlich. Dass wir diese Aufgabe so erfolgreich gemeistert haben, ist auch ein Beleg für das hohe Ansehen von Bayer am Kapitalmarkt.


(2015-1501-6)

Lassen Sie mich abschließend die Geschäftsentwicklung im Kontext der vergangenen Jahre zusammenfassen:

• Wir haben unseren Erfolgskurs mit einem Umsatz von 42,2 Milliarden Euro fortgesetzt. Alle Teilkonzerne trugen zu dieser Entwicklung bei.

• Das EBITDA vor Sondereinflüssen konnten wir mit 8,8 Milliarden Euro erneut steigern mit einer stabilen Marge von 20,9 Prozent. Unser Ergebnis wurde in diesem Jahr in geringerem Umfang durch Sondereinflüsse belastet.

• Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie erzielte einen neuen Höchstwert.

• Unsere Aktionäre erhielten eine stetig steigende Dividende. Für das Jahr 2014 schlagen wir eine Anhebung der Dividende um 15 Cent auf 2,25 Euro je Aktie vor.

• Durch gezielte Akquisitionen wie zum Beispiel Merck-Consumer-Care, Algeta und Dihon haben wir unsere Life-Science-Geschäfte gestärkt. Jedoch ist die Nettofinanzverschuldung akquisitionsbedingt deutlich angestiegen. Wir werden deshalb in der kommenden Zeit einen klaren Fokus auf die Reduzierung der Finanzverschuldung legen.

Herr Dr. Dekkers wird nun auf unsere strategischen Prioritäten und Ziele eingehen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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Letzte Änderung: 5. Januar 2016 Copyright © Bayer AG